Und wieder ein Jahr ohne künstliche Pankreas

Ich hatte ja bereits angekündigt einen Post über den medizinischen Fortschritt zu veröffentlichen. Nun, hier ist er, pünktlich zum Osterfest:

Da gibt es doch für Typ-1-Diabetiker seit einiger Zeit den kontinuierlich messenden Glucosesensor . Automatisch wird damit 24 Stunden der Blutzucker ermittelt. Die Blutzuckerwerte können dann an eine Insulinpumpe übermittelt werden, welche daraufhin entsprechend die Insulindosis regulieren kann. Bei zu niedrigen Blutzuckerwerten stellt sich die Pumpe auch automatisch aus, so dass kein Insulin mehr abgegeben wird; bei zu hohem Blutzucker wird entsprechend mehr Insulin gepumpt. Damit ist die Gefahr der Akutkomplikationen gebannt.

Damit wäre sie erschaffen, die künstliche Pankreas und uns Typ-1-Diabetikern ist somit ein längeres, schöneres Leben gewährt ohne Hypos und Ketos und ständige Konfrontierung mit der Krankheit. Wie schön, doch STOPP! Denn wie lange so was dauert, bis wir Typ1er so etwas hilfreiches einsetzen können, geschweige denn überhaupt darüber informiert werden, ist unfassbar. Bereits in den 60er-Jahren gab es einen solchen Sensor und in den 70ern stand schon das Prinzip der künstlichen Pankreas. Erst in den 90ern kam endlich der erste kontinuierlich messende Glukosesensor (allerdings noch ohne zugehörige Pumpe) auf den Markt!

Seit kurzer Zeit gibt es auch endlich die Insulinpumpe MiniMed Paradigm VEO mit Glucosesensor, danke dafür! Allerdings immer noch nicht DIE Lösung – denn Blutzuckermessungen müssen weiterhin durchgeführt werden, weil die Glucose in der Zwischenzellflüssigkeit der Unterhautfettgewebes bestimmt wird und nicht im Blut. Somit erhält man nur eine Glucose-Verlaufskurve, die nicht den genauen Blutzuckerwert wieder gibt… Schade :/!

Na ja gestern beim Arzt habe ich dann mal angefragt, ob ich eine MiniMed Paradigm VEO erhalten könnte, doch KEINE CHANCE! Meine derzeitige Insulinpumpe hat noch eine Laufzeit von 295 Tagen und danach folgt erst die B-Pumpe des Modells (weitere 2 Jahre Laufzeit). Man ist somit 4 Jahre an seine Insulinpumpe gebunden. Nach diesen 4 Jahren kann es allerdings wiederum auch noch passieren, dass dir überhaupt keine Insulinpumpe mehr verschrieben wird, beispielsweise wenn der HbA1c sich mit der Insulinpumpentherapie (CSII) im Vergleich zur vorher durchgeführten intensivierten konventionellen Insulintherapie nicht wirklich gebessert hat. Na danke auch…

Aber wenigstens kann ich, natürlich auf eigene Kosten, ein Starterkit des kontinuierlich messenden Glucosesensors über den Hersteller beziehen, damit ich endlich hohe Nachtwerte besser regulieren kann, ohne mir stündlich nen Wecker stellen zu müssen. Nun muss ich noch hoffen, dass mich das Starterkit vor dem 2. Mai 2010 erreicht, damit ich den Halbmarathon ohne Hypo-/ Keto-Gefahr bestreiten kann…toi toi toi.

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