Arzt verschreibt Sport als Patentrezept

Aaaalso ich muss erst mal klarstellen, dass ich, schon aufgrund meiner Ärzte-Erfahrungen, mit sehr sehr sehr niedrigen Erwartungen zum Arzt gehe. Doch trotzdem schaffen es die meisten Ärzte mich mit ihren Patentrezepten, mich immer wieder aufs Neue zu enttäuschen – beeindruckend:

  • Hat man Rückenprobleme, macht man zu wenig Sport.
  • Hat man niedrigen oder hohen Blutdruck (egal), macht man zu wenig Sport.
  • Hat man Depressionen, macht man zu wenig Sport.
  • Hat man sich ein Bein gebrochen, macht man zu wenig Sport ;).
  • Hat man schlechte Blutzuckerwerte, macht man zu wenig Sport…

Die Liste lässt sich wohl endlos weiterführen. Dumm nur, wenn jemand, der trotz seines hohen Sportpensums Rückenschmerzen / Knieprobleme, niedrigen Blutdruck o.ä. hat …was nun empfehlen? Anderen Sport…so siehts aus – super!

Wie wäre es dann mal mit Untersuchungen, um die Ursache zu klären? Den Patienten als Individuum zu betrachten, ihnen zuhören und dann gezielt vorgehen? Aha, Problem, denn dann müsste der Arzt die Patienten vom Fließband holen, auf dem sie behandelt werden und auf dem es sich so schön einfach fahren lässt …Das passt doch auch nicht ins längst eingespielte vergilbte Untersuchungskonzept. Würde den Arbeitsablauf auch völlig durcheinander bringen und so viel Zeit für jeden Einzelnen ist auch schon mal gar nicht drin…traurig.

Peinlich auch, wenn der Arzt fragt, nach dem man ihn bittet weitere Untersuchungen vorzunehmen: „Dürfen Sie mit einer Insulinpumpe denn überhaupt in den Kernspin?“. Dass man Insulinpumpen ablegen kann, sollte er als Mediziner doch wissen. Wenn „Insulinpumpe“ für ihn schon ein Fremdwort ist, dann sollte er sich doch aber zumindest mit der Kernspintomographie/MRT vertraut sein. Vermutlich immer noch zu viel erwartet?

Dann gibt es ja auch noch Ärzte – so auch der gestern – die noch einen oben drauf legen und einem nicht mal ein vernünftiges Schmerzmittel verschreiben wollen: „Wollen Sie sich vergiften?“. Wenn Schmerzen unerträglich werden und starke Medikamente nun mal als einzige Lösung in Betracht zu ziehen sind, warum sollte man sie dann nicht nehmen und sich vergiften wollen? Ohne Medikamente kann man den Arzt schnell wieder aufsuchen und dann vielleicht mit zusätzlichen Depressionen. Außerdem sollte das jeder doch selbst entscheiden dürfen…Frechheit.

Ja, natürlich wollte der Arzt mir gestern helfen, der Wille war da und das ist was zählt? Nein, da schließ ich mich lieber Goethe an, denn Wollen reicht nicht, man muss es auch tun und Wissen nützt einen nichts, wenn man es nicht anwendet….

Mit Schmerzen, sechs weit in der Zukunft liegenden empfohlenen Massagen zurück in den Alltag. Und mal wieder hätte man sich die wertvolle Zeit beim Arzt schenken können…Aber immerhin war der Weg nicht ganz umsonst, denn ich bin auf Selbstheilung mit Schlafmohn umgestiegen ;)…

@Bene und an das BKA: Schlafmohn selbstverständlich in Form ordnungsgemäß verschriebener Oxygesics.
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  • Morphin?
    Heroin?
    BtMG?

  • Eintrag wurde um klärenden Hinweis ergänzt ;).