Über Blutzucker-Einflussfaktoren und schnurrende Hypo-Helfer

Ernährung und Sport und Insulin beeinflusst den Blutzucker. Ach was ;). Na ja, aber da hört die Liste ja noch nicht auf. Wäre ja sonst auch langweilig. So Dinge wie Kaffee, Miaule und Co tun das auch. Miaule? Ja, Miaule ist unsere Katze, wer hier regelmäßig liest, kennt den Übeltäter (Insulinzufuhr durchbissen) ja bereits. Sie erkennt Hypos oft eher als ich. Sie miaut sobald sie merkt „da stimmt was nicht“ (natürlich ist das dann nicht immer ne Hypo ;), gut… wir arbeiten dran und Moppi muss erst die Diagnose unterzeichnen – wie war das „Diabetes-Experten leben ohne Blutzuckermessgerät„).

Na ja, aber irgendwie gebe ich ihr manchmal auch ein wenig „Schuld“ dafür, dass es überhaupt zu einer Hypo kommen musste, denn sie hat durch ihrer Schnurrerei eine sehr beruhigende Wirkung auf mich, wenn ich mit Stress im Nacken „unterwegs“ bin. Na ja zumindest meistens ;).

Wie dem auch sei, ich hab mich jedenfalls mal ein wenig sortiert, welche Einflussfaktoren sich da im Alltag neben den oben genannten Klassikern und Miaule noch so auf den Blutzucker auswirken. Es gibt doch viele Dinge, die den Blutzucker senken oder ansteigen lassen, einem beim täglichen Diabetes-Management aber gar nicht so bewusst sind.

BZ-senkende Wirkung

  • Haustiere (haben eine beruhigende Wirkung, beispielsweise das Schnurren einer Katze),
  • Sauna (fördert Durchblutung)
  • Massage (fördert Durchblutung) / Entspannung
  • Aerober Sport (anaerober Sport wie hartes Krafttraining oder schnelle Sprints hingegen erhöhen den BZ, siehe unten)
  • Treppe steigen/„bewegende Hektik“ im Alltag (räumen, ordnen, kochen, bügeln, Wäsche aufhängen, saugen, Staub wischen etc.) – wird häufig unterschätzt
  • Urlaub – auch zu Hause (Klima, mehr/andere Aktivität im Urlaub, anderes Essen – kann den BZ natürlich auch ansteigen lassen, beispielsweise, wenn man zu Hause mehr Sport treibt als im Urlaub oder anders isst ;))
  • Schichtdienst
  • „unreifes“ Obst / rohes statt gekochtes Essen lässt den BZ nicht so stark ansteigen
  • Andere Sportarten als gewohnt – Beispielsweise hat sich mein Körper ans Laufen gewöhnt und mein BZ bleibt „stabiler“. Beim Schwimmen (betreibe ich nur einmal die Woche) werden wieder andere Muskelgruppen angesprochen und BZ sinkt ungewohnt schnell
  • Sport bei Kälte und Hitze lässt den BZ schneller sinken
  • Nach Operationen benötige ich nur SEHR wenig Insulin (nein kommt nicht täglich vor ;))
  • Das gerade sehr beliebt sein zu scheinende Eiweißbrot statt „normalem“ Brot, wird ohne auf KH-Angaben zu schauen, oft einfach genauso berechnet wie das KH-reichere
  • Magen-/Darm-Infekt kann den BZ senken aber auch erhöhen

BZ erhöhende Wirkung

  • anaerober Sport, oft auch Krafttraining – außerdem senkt Sport morgens meinen BZ weniger als zur Mittagszeit
  • schnelle Sprints, um die Bahn/den Zug/Bus noch zu schaffen 😉
  • wenn man Eiweiß ohne Kohlenhydrate isst, sprich „pur“ – weil das so selten vorkommt und der ein oder andere Eiweiß sonst auch nie berechnet, spritzen sich einige dafür kein Insulin (häufiger Fehler). Eiweiß im Zusammenhang mit KHs muss hingegen fast gar nicht angerechnet werden
  • zu wenig Schlaf/Müdigkeit/Zeit des Aufstehens, wenn ich eher aufstehe ist der BZ oft höher, als wenn ich später aufstehe
  • Andauernder Stress, Arbeitsalltag: Am Wochenende brauche ich weniger Insulin als unter der Woche im Büro
  • Kaffee
  • Streit mit Partner/Chef/Familie, Ärger Frust
  • Zeitumstellung
  • Dawn-Phänomen / Cortisol-Spiegel nachts
  • Menstruation
  • Aufregung vor Wettkämpfen/Referaten/Präsentationen/Vorträgen/Vorstellungsgesprächen
  • drohende Erkältung/Infekt
  • Fette, siehe: „Fette Blutzuckerauswirkung
  • Essen in Gesellschaft, zu anderen Tageszeiten, …
  • Angst einflößende Filme / Horrorfilme
  • Schockerlebnisse, frei laufender großer Hund begegnet einen beim Joggen. Generell wenn man sich erschreckt – wenn plötzlich jemand hinter einem steht (Vampire zum Beispiel ;)) oder wenn man eine Spinne sieht ;).
  • Ängste
  • Flugreisen (wenn ich so lange still sitze, schlechte Durchblutung, nicht nur deshalb Thrombosestrümpfe empfehlenswert)
  • Schichtdienst
  • Gekochtes statt rohes Essen
  • Freizeitparks (kann den Zucker aber auch absinken, je nach dem, ob man sich verstärkt bewegt oder die meiste Zeit in der Looping-Bahn verbringt)
  • Insulinpumpe/Spritzen vergessen/Essen falsch berechnet

Ansonsten sollte man noch darauf achten, dass die Teststreifen nicht abgelaufen sind (alles schon vorgekommen ;))) und bei unerklärlich hohen Blutzuckerwerten:

  • Finger vorm Messen noch mal waschen (Orange am Finger ist ganz böse ;))
  • Korrekturspritzen mit der Einwegspritze/Pen
  • Spritzbereich wechseln/Katheter-Bereich wechseln
  • Schlauch wechseln
  • Batterien der Insulinpumpe wechseln
  • Insulin wechseln (andere Packung, ggf. andere Sorte)
  • Anderes Messgerät verwenden / Batterien wechseln
Mhhh… dieser Beitrag sprengt den Rahmen und dennoch habe ich wahrscheinlich mindestens die Hälfte vergessen, oder?
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  • Also das Temperament bzw. das Talent meines Vierbeiners Chaos und Unfug anzustellen, kann den BZ auch durchaus in die Höhe treiben. Zumindest gefühlt 🙂 In der Regal aber auch eher ein sehr unsanfter aber verlässlicher Wecker, wenn die Werte nachts mal runter rutschen.
    Und welche Auswirkungen der Haushalt auf den BZ will man wirklich nicht meinen. Wohne unterm Dach, musste mal den Speicher entrümpeln und 4 mal hoch und runter laufen. hab vorher 2 Brötchen gegessen ohne zu spritzen, nach der Aktion war der BZ nur noch zweistellig. Und wenn ich mal einen Großputz in der Wohnung starte, muss ich mich zwischendurch wirklich zwingen auch mal was zu naschen, sonst is er zack im Keller.

    LG Mila*

    • Hey Mila, „zum Nachschen zwingen“? Du Arme ;). Spaß ;). Weiß schon was du meinst.

      Bei mir ist BZ eher recht hartnäckig… wenn ich mit 200mg/dl beispielsweise Fußleisten, Türen, Schränke und den Boden sauge und wische und in etwa zwei/drei Stunden dabei drauf gehen, bin ich hinterher gerade mal bei 180mg/dl… Miaule hat also nen easy Job im Vergleich zu Sunny ;).

      Fühl dich gedrückt :*

    • sorry „Naschen“ meinte ich 😉

  • jana

    Deine Katze hat schöne Augen. Und an deinen Artikeln, die du täglich schreibst mag ich vor allem das du anderst denkst. Nicht das übliche was an anderen Stellen steht. eine grosse Hilfe staeff.

  • Anonymous

    Immerhin hast Du „Menstruation“ aufgezählt: meiner Erfahrung nach ist es die Insulinempfindlichkeit, die sich durch Hormonschwankungen verändert. Ich hatte immer in den ersten Zyklus-Nächten Hypos – wenn das prämenstruelle Syndrom abklang, der Stress vorbei war und es „wieder floß“…
    Was Du nicht erwähnt hast, das sind Schmerzen und Fieber, Entzündungen und Verletzungen, die den BZ in die HÖhe treiben. Als ich wochenlang mit irrsinnigen Schmerzen (Bandscheibenvorfall) im Krankenhaus lag, bemerkte der Chefarzt bei der Visite: „Wieso sind Ihre Blutzucker-Werte so hoch?“ (über 300mg/dl) – Ich wußte es nicht, meinte aber, es könne vielleicht an den Schmerzen liegen… was er bestätigte. Außerdem habe ich mich ja kaum bewegen können…
    Mir gefällt Dein Blog gut – danke dafür! Und gute Nacht! ***Hilke-aus-Hamburg***

    • Liebe Hilke, du hast völlig Recht, Schmerzen und Fieber habe ich vergessen zu erwähnen, danke für die Ergänzung. Damals nach meiner Weißheitszahn-OP hatte ich auch hohe Werte. Hatte Schmerzen und Fieberschübe. Habe bestimmt auch noch andere Faktoren vergessen, die auf dem BZ Einfluss nehmen, also falls dir noch was einfällt, darfst du mir gern unter die Arme greifen ;). Freut mich sehr zu hören, dass dir mein Blog gefällt, danke :). Wenn du magst, kannst du mir auch persönlich übers Kontaktformular hier im Blog schreiben. Würde mich freuen :). Wohnst ja auch quasi um die Ecke. Lieben Gruß Steff

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