Ich liebe (k)einen Diabetiker!

Auf was für Seiten ich mich manchmal im Internet rumtreibe, sollte mein Mann wohl lieber nicht wissen ;). Jedenfalls bin ich kürzlich bei „Diabetes und Partnerschaft“-Recherchen auf www.elitepartner.de gestoßen, was mich dazu veranlasst heute über das Thema „Ware Mensch“ bzw. „Aussortierte Supermarktware Diabetiker“ auszulassen. Nun gut…

Ich sag immer, wo die Liebe hinfällt da fällt die Liebe eben hin. Wenn man sich verliebt hat, so ist es eben um einen geschehen und wenn derjenige Diabetes Typ 1 oder eine andere Erkrankung hat, so hat er diese eben und ich kann mich doch nicht deshalb schnell wieder entlieben, sobald ich davon erfahre, oder? Na ja möglich ist heutzutage ja alles… Aber geht das denn so einfach, sich wieder zu entlieben? „Ej bist du Gerät oder was?“ 😉 Knopf drücken und aus die Maus. Hat aber irgendwie auch was ;). Für einige,wahrscheinlich (und hoffe) eher wenige, scheint eine Krankheit wahrhaftig ein Hinderungsgrund zu sein, sich auf eine Beziehung einzulassen. „Das bringt nur Probleme und Schwierigkeiten mit sich“, ständig muss man sich kümmern und sorgen“, … Na hoffentlich wird derjenige, der hinter diesen Aussagen steckt selbst nicht mal zum „Opfer“.

Der Diabetes und die Liebe ;)

Der Diabetes und die Liebe 😉

Zum Thema eine kleine (fast so erlebte) Anekdote: Kürzlich habe ich solch eine Diskussion mitverfolgen „dürfen“. Man(n) entliebt sich, als er erfährt das Frau Diabetes hat. Für mich klingt das nach aussortierter Supermarktware. Nach dem Motto, du bist „verdorben“ (nicht gesund), dich kann ich nicht gebrauchen *wegschmeiß*. Der Besagte gab jedenfalls zu Verstehen, dass er „glücklicherweise“ noch in der Lage war, sich schnell wieder zu entlieben, weil die Dame ihm noch rechtzeitig mitteilte, dass sie Diabetes habe, bevor es zu „tieferen Blicken in die Augen“ kommen konnte.

Nun wollten die Diskussionsteilnehmer, natürlich genauer wissen, warum der Diabetes ihn denn so sehr stört, dass er sich deshalb gar die Liebe verbietet. Noch hatte ich mit Absicht nicht „gestanden“ (in dem Zusammenhang muss man ja fast von „Gestehen“ reden), dass ich auch Diabetes habe und dann ja auch noch den schlimmen Typ (haha ;D). Er antwortete jedenfalls erst mal nur mit einer Gegenfrage: „Würdet ihr euch denn auf mich einlassen, wenn ihr wüsstet, dass ich in 10 Jahren sterbe? Okay also auch noch null Ahnung über Diabetes. War mit zu rechnen…

Na ja Recht hat er insofern, dass ich mich gewiss nicht auf jemanden wie ihn einlassen würde, aber ganz allein aus dem Grund, dass ich mit seiner Einstellung ein riesiges Problem habe und zudem seit vier Jahren glücklich verheiratet bin. Ersteres gab ich ihm auch deutlich zu verstehen – letzteres behielt ich erst noch mal für mich – woraufhin er weiter fragte: „Käme das nicht auch auf einen Versuch an?“. „Na das fragt der Richtige“, dachte ich mir. „Nein“, erwiderte ich, „ich bin für dich ja außerdem nur aussortierte Supermarktware, weil ich selbst seit über 15 Jahren Diabetes habe und übrigens dennoch (wie schlimm das Wort „dennoch“ in diesem Zusammenhang klingt) seit mittlerweile sieben Jahren mit meinem Mann zusammen bin.“ Und damit endete das „Spiel“ 1:0 für mich, denn weitere Kommentare seinerseits blieben uns erspart.

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