Wieder äh Via Scandinavica, Ziel: Wasserparadies Hildesheim

Gestern war wieder Test-Pilgern für den Jakobsweg Programm. Diesmal von Sarstedt nach Hildesheim, genau genommen bis ins Wasserparadies Hildesheim. Wieder waren wir also mit Badesachen ausgestattet und wieder fuhren wir bis nach Sarstedt mit dem Zug, um von dort aus zu starten. Dennoch verlief die Tour diesmal völlig anders als unsere erste Wanderung auf dem Wieder Via Scandinavica.

Denn neben dem geografischen und klimatischen Richtungswechsel überraschte mich mein lieber Herr Blutzucker auch mit einem Richtungswechsel. Ich hatte die temporäre Basalrate meiner Insulinpumpe (TBR) diesmal extra „nur“ auf 40 Prozent abgesenkt (letztes Tour auf 10%!!!), weil im Vergleich zu unserer letzten Wanderung deutlich kühlere Temperaturen herrschten. Dennoch meinte mein Zucker mir den Tag versauen und auf knapp 300 mg/dl anklettern zu müssen. Also habe ich mit dem Pen Korrektur gespritzt und die TBR nach einem Katheter- und Schlauchwechsel natürlich wieder auf 100 Prozent erhöht.

Doch auch das nützte nichts. Da hilft es manchmal nur „Coolness“ zu bewahren, auch wenns bei den hohen Werten schwer fällt. Bin der Meinung, man muss lernen, da manchmal etwas drüber stehen zu können und nicht jede halbe Stunde erneut den Zucker messen, wie ich das bei solchen Werten dann „gern“ tue. Denn das verbreitet oft nur „Panik“ und schlechte Laune und damit ist auch keinem geholfen. Hab dann zwei Stunden nicht mehr gemessen und die Natur genossen, so gut es eben ging. Erst im Wasserparadies Hildesheim habe ich wieder das Messgerät gezückt, um eine Katasrophe beim Schwimmen zu vermeiden.

Super 351 mg/dl stand auf dem Display, immerhin keine Ketone. Hätte ich wohl doch eher messen sollen? Na ja jedenfalls habe ich wieder schön mit dem Pen Korrektur gespritzt… und JA… bin einfach, trotz des miserablen Wertes, ins Wasser gesprungen. Ich hatte aber schon im Gefühl, dass das Schwimmen meinen Blutzucker senken wird, da meine Beine auch etwas geschwollen waren und im Wasser die Durchblutung gefördert wird. Somit kann das Insulin besser wirken.

Via Scandinavica: Wasserparadies Hildesheim

Via Scandinavica: Wasserparadies Hildesheim

So war es dann auch. Die Bewegung beim Schwimmen und die durchblutungsfördernde Wirkung des Wasser sind einfach eine optimale Kombi für meinen Blutzucker. Das habe ich schon öfters so erlebt. Mit 110 mg/dl verließ ich jedenfalls das Wasserparadies, konnte mich dann auf den Heimweg und das Abendessen freuen.

Nun aber noch ein paar Worte zur Tour ;), obwohl die Bilder ja wieder Bände sprechen: Jedes Mal habe ich das Gefühl, ich bin im Urlaub wenn ich auf „große“ Wanderschaft gehe und kann kaum glauben, dass ich mich noch im Dunstkreis von Hannover befinde. Natur, Tiere (ihh auch braune Nacktschnecken, siehe Foto), Wasser, Wald, Entspannung, Naturklänge statt aufploppender Mail-Geräusche, Gedankenfreiheit… Langeweile? Oh nein keine Spur davon. Im Wasserparadies Hildesheim haben mich dann allerdings erster Trainingsdruck und nervige Mitschwimmer 😉 schnell wieder eingeholt. Na ja und spätestens zu Hause am Rechner voller Arbeit gestrandet, steckte ich dann schon mitten drin, im Alltagsstress. Na ja es wird ja jetzt noch öfters „getestpilgert“ 😉 und Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude…

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  • Anonymous

    Hej Steff,
    sieht ja wirklich wie im Urlaub aus… Die blöden Nacktschnecken können einem eine Wanderung/ Lauf aber auch vermiesen…;) (abgesehen vom BZ). Mir begegnen die beim Laufen auch öfter, meine Laufpartnerin ist dann immer sehr überrascht, wie schnell ich auf einmal bin…;) Dir einen guten Start in die Woche LG Katja

    • Hey na und danke für deinen Kommentar :). Ja die Nacktschnecken waren nicht schön anzusehen, aber besser als Spinnen ;). Nun planen wir schon die nächste Pilgertour… wirklich ein super Ausgleich… so ganz entspannt fern ab vom Alltag. Können ja mal nach Berlin pilgern und dich besuchen :). Nee im Ernst, meld mich diesbezüglich noch mal… LG Steff

  • Ach ja, dieses „Panik-schieben-bei-hohen-Werten-die-sich-nicht-bezwingen-lassen-wollen“ kenn ich nur zu gut :-I da ist es ja fast gut, dass ihr unterwegs ward – in solchen Situationen bin ich, wenn ich daheim bin, noch um Einiges unausstehlicher… Ich finds aber auch schwierig, solche Werte zu ertragen. Das scheint mir draußen in der Natur leichter. Auch wenn jegliches Krabbeltier auch gerade unterwegs ist 😉

    • Ja das stimmt unterwegs gehts dann immer, komischerweise… zu Hause schiebe ich auch Panik, bzw. bekomme richtig schlechte Laune. Mein armer Mann bekommt das dann alles ab :/.

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