Unio™ – Gastbeitrag über das neue Blutzuckermesssystem von Ypsomed

Heute bin ich schreibfaul 😉 und übergebe einer treuen Blog-Leserin, Rebecca B., das Wort. Sie hat mir übrigens auch, als ich Anfang des Jahres vor der schweren Entscheidung der richtigen Insulinpumpen-Wahl stand, zum OmniPod geraten und ich habe sie inzwischen sehr ins Herz geschlossen. Sie hat das neues Blutzuckermesssystem Unio™ von Ypsomed und die Stechhilfe mylife Autolanceganz genau unter die Lupe genommen, getestet und einen Bericht darüber verfasst. Ich bin dann also mal still…

Mein haariger „Kontrolleur“ (ein hochintelligenter Terriermischling) und ich (eine Typ-I-Diabetikerin seit mehr als drei Jahrzehnten) staunten nicht schlecht, als wir den Reißverschluss der stylischen Tasche des neuen Blutzuckermessgerätes öffneten und das moderne Blutzuckermessgerät von Ypsomed mit zugehöriger Stechhilfe in edler, schwarzer Brilliant-Optik zum Vorschein kam. Das Blutzuckergerät ähnelt einer Mischung aus einem MP3-Player und einem Tamagotchi. Die einzelnen Bestandteile des UNIO-Systems sind derart „klein gehalten“, dass diese neben meinem Portemonnaie, Handy und Haribo-Roulette-Stangen im „Ausgehtäschchen“ verstaut werden können.

Unio™ von Ypsomed, Rebeccas Erfahrungsbereicht

Unio™ von Ypsomed, Rebeccas Erfahrungsbereicht

Nach Einrasten des Blutzuckerteststreifens, in der für Ypsomed typischen Gold-Elektroden-Form, erfolgt die Navigation durch das Programm. Die benutzerfreundliche Oberfläche ist sehr strukturiert aufgebaut, quasi „kinderleicht“ zu bedienen. Nach einer Wartezeit von ca. fünf Sekunden, die durch die Anzeige einer Sanduhr überbrückt wird, erscheint nach Auftragen des Blutes der gemessene Blutzuckerwert. Dieser lässt sich mit den unterschiedlichsten Markern (vor dem Essen/nach dem Essen/Sport/Krankheit/speziell) versehen. Darüber hinaus können Durchschnittswerte der Blutzuckerwerte erstellt werden; ebenso ist die Eingabe von vier variablen Alarmzeiten möglich. Die Mini-USB-Schnittstelle mit drei verschiedenen Softwareprogrammen gewährleistet die Führung eines elektronischen Tagebuches. Egal ob die Blutzuckermessung am Tag oder in der Nacht durchgeführt wird, der Hintergrund schimmert in kristallschwarz auf perlfarbener Datenanzeige.

Nicht zu vergessen: Bei jeglichen Änderungen der Systemeinstellungen zwinkert uns ein Smiley zu… Spätestens an dieser Stelle kommt bei mir folgende Frage auf: „Welchem Hersteller ist es denn bis dato gelungen, die ernsthafte Thematik des Blutzuckermessens mit solch einer spielerischen Art zu verbinden? Die kompakte Stechhilfe mylife Autolance ähnelt einem edlen Füllfederhalter. Verwechslungen haben hierbei schon statt gefunden ;). Das Besondere an der Stechhilfe ist, dass das Stechen durch einfachen Druck mit dem Finger stattfindet und die Stechhilfe automatisch nachlädt. Die neuartige Technik der mylife-Stechhilfe in Verbindung mit Microfine-Lanzetten (!) ist mit einer weitaus schmerzärmeren Blutgewinnung verbunden. Aufgrund meines empfindlichen Hautbildes habe ich meine alte Stechhilfe umgehend durch die mylife-Autolance ersetzt. Insbesondere für Kleinkinder, Schulkinder und Teenager aber auch „groß gebliebene“ Kinder ist dieses Blutzuckersystem aufgrund seiner kinderleichten Navigation und benutzerfreundlichen Oberfläche sowie der variablen Alarmfunktionen zu empfehlen!

Danke Rebecca für deinen hilfreichen Erfahrungsbericht mit dem Blutzuckermesssystem Unio™ von Yposmed und wir hoffen natürlich auf weitere medinzinisch-technische Entwicklungen…

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  • Anonymous

    ich teste das gerät auch gerade :-). bis jetzt bin ich damit sehr zufrieden und habe nicht viel daran auszusetzen. das design gefällt mir auch sehr gut, es misst auch den richtigen wert und ist klein. allerdings wünsche ich mir ein cgms von ypso und das es auch genehmigt wird. die krankenkasse muss einfach eonsehen, dass sie kosten einspart, längerfristig gesehem. weniger/keine folgeschäden und teststreifen usw. Wen erzähl ich das :-). Lg andrea (mail)

  • Anonymous

    Hallo Andrea,

    freut mich, dass wir die gleiche Meinung haben:)
    Hoffen wir, dass in absehbarer Zeit die (Mini-)CGMS zur Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen wird. Man muss hier aber auch korrekterweise anbringen: das Ministerium für Gesundheit ist gefordert. (Die Kassen erfüllen schlichtweg nur ihre gesetzl. Vorgaben).

    LG Rebecca

  • Sina

    Das ist ein toller Bericht Rebecca. ich habe das system noch nicht getestet. die smileys sind ein guter anfang in die richtige richtung (weg von med.-traurigen geräten)-ich finde es gut, dass es kingerecht ist. leider ist mein sohn der diabetiker und nicht ich die diabetikerin. Ich würde ihm die krankheit sehr gerne abnehmen. es ist nicht leicht, da er gerade mal drei jahre alt ist. vor einem jahr kam die diagnose. so gut mir dein blog gefällt, sogar genial, würde ich mir einen aus sicht von Eltern mit Kindern von diabetes wünschen. liebe grüße sina

  • Anonymous

    Hallo Sina,

    danke schön für dein Feedback. Der unio hebt sich allein von seiner Handhabung und Oberfläche gewaltig von anderen Blutzuckergeräten ab.

    Der Smiley hat aber vor allem für kleine Kinder eine positive Wahrnehmung. Und wird nicht zu sehr mit dem Komplex „Diabetes – Lebensgefängnis“ überrollt.

    Diese Gedanken bringen dir überhaupt nichts. Keine Frage, in diesem Alter ist dies so einscheidendes Erlebnis und alles andere als „ein Zuckerlecken“.

    Als bei mir vor nahezu 32 Jahren Diabetes diagnostiziert wurde, war dies
    zu jener Zeit nur mit Verboten versehen. Ich habe damals nie verstanden, warum die Aufseherinnen im Kindergarten beim Zugreifen eines Bonbons nach mir „gehechtet“ sind…Als diabetisches Kind kann man ja heutzutage nahezu problemlos an einem Kindergeburtstag teilnehmen.

    Die künstliche Bauchspeicheldrüse wird mit Sicherheit noch einige Jahre benötigen…

    Welche med.-techn. Entwicklung würdest du dir denn -zum gegenwärtigen Zeitpunkt- im Rahmen einer optimalen Diabetesbehandlung für deinen Sohn wünschen?

    Einen Plattform, auf denen sich betroffene Elternteile austauschen können ist mir nicht bekannt. Ich müsste mich da mal genauer mit der Steffi austauschen. Leider höre ich, egal aus welchem Bundesland die gleichen Sorgen von betroffenen Elternteilen…

    LG Rebecca

    • Sina

      Liebe Rebecca, für meinen Sohn wünsche ich mir sehnlichst eine Heilung, wenn es danach geht. ich komme um vor sorge. er gibt keine anzeichen wenn er unterzuckert. ein cgms haben wir bereits beantragt, ich denke das kriegen wir durch. das ist ein guter anfang. schön wäre, wenn es dann autom. mit der pumpe kommuniziert.

      mir ist diabetes-kids.de als plattform bekannt, aber ich finde blogs teilweise hilfreicher. in solchen foren sind zu viele, entschuldige, komische leute dabei, die großen Mist schreiben und das hilft mir nicht weiter. ich habe mich da schon öfters ärgern müssen und dazu habe ich auf Deutsch gesagt „keinen bock!“ Man ist nicht immer einer meinung, was auch gut ist, aber ich lasse mir nicht sagen, dass ich eine schlechte mutter bin. lG sina

  • Anonymous

    Liebe Sina,

    ich glaube mit der Heilung müssen wir nach realistischer Einschätzung leider noch etwas warten…
    Aber deine Sorgen kann ich nachvollziehen, vor allem nachdem es bei deinem Sohn keine Anzeichen für eine bevorstehende Unterzuckerung gibt. Zudem ist ja für dich und deinen Sohn einfach ein 24h-Job. Aber eine Pumpe mit integrierter CGMS sind schon in Bearbeitung. Man munkelt diese sollen in ca. zwei Jahren auf den Markt kommen.

    Jeder Elternteil hat seine individuelle Vorgaben, um die optimale bzw. machbare Diabetestherapie mit seinem Kind zu erreichen. Da gibt es schlichtweg kein Einheitsmaß….Mir ist auch eine Mutter mit zwei Söhnen bekannt, die beide Typ-I Diabetes in kürzester Zeit damals bekommen haben. Und jeder hat seine eigene Therapie…

    Wenn ich heutzutage die med.-techn. Gegebenheiten sehe, kommt bei mir schon ab und zu die Frage auf: „Kann denn das bei mir nach 32 Jahren Diabetesdauer gut gehen? Wir hatten ja zur damaligen Zeit nur die Plastikspritze….“

    Nachdem eine jüngste Bekanntschaft vor kurzem von meiner Diabeteserkranung und -dauer mitbekommen hat, meinte sie nur fassungslos: „Sie sehen ja alles andere als krank aus…..“

    Auf solche Anspielungen einfach nichts geben. Die habe ich bis heute noch. Sei es in meiner Diabetesbehandlung bzw. im Job. Auf solche Aussagen nichts geben. Einfach seinen Weg gehen, aber nicht unbedingt mit Tunnelblick…

    LG Rebecca

  • Anonymous

    Hallo Sina,

    ich würde dir gern folgende Frage stellen, sofern diese nicht zu persönlich ist:

    Ehe bei deinem Sohn Diabetes Typ-I diagnostiziert wurde, hatte er kurz zuvor auch eine Grippe?

    VG Rebecca

    • Sina

      Wahrscheinlich hast du recht rebecca. ich habe jedoch vor einigen tagen in der presse gelesen, dass es eine neue studie gibt bei der typ 1 diabetiker in der remission mitmachen dürfen, deren zellen im darm dazu gebracht werden wieder insulin zu produzieren. tim ist noch in der remission.

      ich weiß nicht genau ob dem Diabetis eine Grippe voraus ging. Er hatte eine schwere mittelohrentzündung, nicht direkt vor der diagnose. kann das ein grund sein? lg sina

  • Anonymous

    Oh, das wäre doch eine tolle Chance. Wer bzw. welches Klinikum bzw. Institut führt denn diese Studie durch….Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen.

    Ich bekomme vermehrt mit, dass bei vielen der Diabetes nach einer Grippe da war. Eine schwere Entzündung schwächt ebenso das Immunsystem. Bei Diabetes Typ-I spielt das Immunsystem verrückt. Die Abwehrzellen greifen die gesunden Zellen an,somit die Insulinzellen.

    LG Rebecca

    • Sina

      Zu der studie darf ich noch nicht viel sagen. danke dir fürs daumen drücken :-), bitte bitte ganz fest.

      war das denn bei dir auch der fall, das deiner diabetes diagnose eine grippe oder eine schwäre entzündung voraus ging? fühle mich so schuldig als mutter.
      du kennst dich sehr gut aus im medizinischen bereich.

  • ZuckerPuppe

    Hallo Rebecca!

    Toller Beitrag über das neue Messgerät. Habe auch schon vor einiger Zeit das Gerät zum Testen angefordert. Leider ist es bis jetzt noch nicht bei mir eingetroffen. Aber dank deines Berichtes bin ich jetzt noch gespannter darauf 😉 Wirst dus in Zukunft auch als Erstgerät nutzen?

    Hatte übrigens auch ganz typisch vor der Diagnose „Diabetes“ eine schwere Grippe. Was aber sehr untypisch für mich war, da ich eigentlich seltens länger oder schwerer krank bin…

    Liebe Sina mach dir bloß keine Vorwürfe und lass dir bloß nicht einreden, dass du Schuld am Diabetes deines Sohnes hast. Kopf hoch, du machst deinen Job als Diabetes-Mutti bestimmt super!

  • Anonymous

    Dann drücke ich deinem Sohn und dir ganz fest die Daumen:) Und sollte es noch nicht den gewünschten Erfolg mit sich bringen, nicht vergessen: wir sind in einer Umbruchsphase.

    Eine Abschwächung des Immunsystems ist ganz typisch für den Ausbruch dieser Erkrankung. Es handelt sich um eine reine Autoimmunerkrankung, und somit solltest du dir keine Schuldgefühle heraufbeschwören. Das bringt nichts. Abgesehen davon, meine Eltern haben bei mir jegliche Impfungen vornehmen lassen. Die Krankheit brach trotzdem aus….

    Nachdem ich dies schon über 30 Jahre habe, kenn ich so einiges im Gesundheitswesen. Bin aber auch im Gesundheitswesen tätig. Auch ich stelle mir fortlaufend die Frage, wie ich am besten mit dieser Herausforderung fahre.

    Auch ich musste mich kürzlich entscheiden: Die Spritze hing mir nach über drei Jahrzehnten zum Hals heraus. Zudem war mein Unterhautfettgewebe dermaßen beansprucht, dass es kein Insulin mehr aufnahm. Eine gewöhnliche Pumpe kam für mich nie in Frage. Also blieb die Entscheidung: Stammzelltherapie oder Omnipod.

    Ich entschied mich für die risikoarme Variante, zudem haben die mehr als positiven Stimmen aus den USA mehr als bestärkt. In den USA haben die bei den Kleinkindern ganz tolle Ergebnisse damit erzielt.

    Die Stammzelltherapie ist meines Wissens noch nicht hundertprozentig. Ich habe schon von manchen mitbekommen: Trotz Behandlung war der Diabetes nach zwei Jahren wieder da…..

  • Anonymous

    Hallo Zuckerpuppe;)

    danke für deine schönen Worte. Das Messgerät weist vom Design und der Oberfläche gründlich von den bisherigen „mausgrauen Teile“ ab.

    Die Stechhilfe vom Unio nutze ich seit dem ersten Tag. Dies ist ja um einiges schmerzärmer mit den Microfine-Lanzetten. Das Messgerät nutze ich als Zweitgerät, nachdem ich ein Omnipod-User bin. Hier ist ja das Messgerät schon integriert. Ich hingegen bin nach der langen Zeit an Spritzen mit dem Abbau von Lipos beschäftigt….(Das Fettgewebe hat bei mir kein Insulin mehr aufgenommen mit der Folge von exorbitanten Werten…)

    Aber vor allem für Kleinkinder und Elternteile, bei denen Diabetes erst festgestellt worden ist: eine ganz tolle Sache mit der benutzerfreundlichen Oberfläche.

    Aber auch für „modebewusste Damen“, die nicht viel im Gepäck haben wollen.

    Du kannst mir ja gerne Bescheid geben, wie du den unio findest. Bin gespannt auf deinen Austausch. Schick doch Ypsomed einfach eine Mail, ob der Unio schon unterwegs ist…

    LG Rebecca

  • Hui hier ist ja richtig was los, das freut mich :). Vor allem super hilfreiche Kommentare, die ich hier lese. Von der Studie hatte ich auch gehört, echt verdammt gute Sache! Schade, dass ich schon seit 14 Jahren aus der Honeymoon raus bin… aber wir geben die Hoffnung nicht auf… Würde mich sehr für dich freuen Sina wenn dein Sohn damit geolfen wird. Halt uns unbedingt auf dem Laufenden. Toitoitoi… Liebe Grüße und ein dickes Danke an eich alle 🙂