Wie ich nach einer Hypo zurück in die Welt kehre…

Der Hypo-Kater danach: Ich weine gleich!

Gestern Nacht ne üble Hypo (Unterzuckerung) gehabt und heute fühle ich mich so, als hätte ich die Nacht durchgesoffen. Kopfschmerzen/Matschkopf, übel, gerädert, emotional angeschlagen … Eigentlich bin ich auch gar nicht in der Lage diesen Post hier zu schreiben, aber kanns ja doch nicht lassen 😉 und es tut mir gut, den Blutzuckerfrust rauszulassen, statt jetzt pausenlos zu weinen.

So mies ging es mir noch nie nach einer Hypo

So mies wie heute ging es mir jedenfalls noch nie nach einer Unterzuckerung, selbst nach den bis dato etwa sechs mit Bewusstlosigkeit durchlebeten, war ich nach Glukose-Tropf durch den Rettungsdienst sofort wieder fit wie ein Turnschuh.

Nach dem Motto: eben noch bewusstlos, Glukose vom Rettungsdienst injizieren lassen und zehn Minuten später Marathon laufen: kein Thema! Es ist irgendwie schon ein bisschen verrückt und für Außenstehende nicht nachvollziehbar, aber genau so ist es.

Milchschnitte gegessen? Kann mich nicht erinnern… Sch… Hypo

Meistens habe ich auch Stunden später oder am nächsten Tag keinen „Hypo-Kater“ nach einer Unterzuckerung, vielleicht ein bisschen Kopfschmerzen, aber das wars. Heute ist es anders, obwohl ich glücklicherweise nicht bewusstlos war, stehe ich ein bisschen neben mir und meine Emotionen gehen mit mir durch. So könnte ich grund- und pausenlos weinen. Was war das heute Nacht? Verdammt! Filmriss? Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich am Kühlschrank war, mir ne Milchschnitte geholt habe, um meinen Blutzucker damit wieder hochzutreiben. Na und als der Blutzucker nach kurzer Zeit wieder im grünen Bereich war, habe ich fest bis heute früh durchgeschlafen, was ich eigentlich auch selten tue.

Typische (Hypo-)Kater-Symptome und emotional angeschlagen

Heute Morgen war ich dann neben den typischen Kater-Symptomen auch emotional sehr angeschlagen. Habt ihr das in der Form auch schon mal erlebt? In jedem Fall bin ich jetzt meinen Blutzuckerfrust erst mal los, danke fürs Zuhören ;). Ich Jammerlappen lasse mich jetzt auch noch ein bisschen von meinen Liebsten tröstend 😉 in den Arm nehmen und morgen sollte das Thema gegessen sein ;)… im wahrsten Sinne des Wortes!

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  • Alex Redrah

    Oh man das hört sich echt nicht gut an. Dann lass dich noch ein bisschen verwöhnen 🙂 Um so besser wenn man da jemanden hat der das auch so toll mitmacht

  • Stefanie Blockus

    Danke Alex, ich glaube ich brauche heute einfach solche lieben Kommentare :), Energie und Aspirin. Morgen sieht die Welt dann bestimmt schon wieder anders aus. Up und Downs haben wir ja alles mal… und Diabetiker auch im übertragenem Sinne…

  • Amy Maier

    Oh, Gute Besserung!!!!!!!! Sowas hat ich noch nie und wenn ich irgendwie schlecht Laune hab geht mein Blutzucker hoch :/

  • Petra Gutzmann

    Och Mensch, das ist richtig unschön. Dass ich mich nach ner Hypo besch… fühle kenne ich, das mit dem weinen nicht so aber das muss vielleicht einfach mal sein, dafür wird Dein Tag morgen ganz bestimmt doppelt so schön. Lass Dich mal drücken 🙂

  • Rebecca

    Ich kenne dieses Gefühl. Ist wirklich nicht schön. Man fühlt sich wie gerädert und ist den ganzen Tag etwas angesäuert.
    Mein Zucker hielt sich gestern vor der Bettruhe bei 70 mg/dl auf. Wollte partout nicht steigen. Also habe ich die Basalrate für ein gewisse Zeit deaktiviert. Leider habe ich vergessen diese zu aktivieren und bin heute mit einem nicht so tollen Wert aufgewacht. Dachte mir nur : Ähhhh……………Der Tag ist bei mir irgendwie im Eimer…..
    Also du bist nicht allein, auch wenn dies nur ein schwacher Trost ist.

  • Andrea

    Hey Steff,
    erstmal gute Besserung! Ich kenne diese Symptome, genau so wie du sie beschreibst, nur zu gut. Aber jetzt kommt’s: Ich habe dabei in der Regel gar keine Hypo, fühlt sich nachts nur exakt so an wie eine. Am nächsten Tag dann Kopfschmerzen, blass, matschig, einfach nur elend (bei dennoch halbwegs guten Werten). Bin ja allerdings Typ2 und ein paar Tage älter als du. Ich habe bei mir Zusammenhänge mit Stress (auch scheinbar positivem) und Zyklusabhängigkeiten/Hormonschwankungen etc. festgestellt. Will damit nur sagen, dass diese Symptome möglicherweise nicht nur vom „Zuckergeschehen“, sondern einer Reihe von anderen Faktoren abhängen. Und je älter man wird…;) Ein Mittel dagegen habe ich noch nicht gefunden, außer Abwarten und Tee trinken. Und keine Panik (leichter gesagt als getan). Manchmal dauert es bei mir ein paar Tage bis ich aus dem Unwohlsein wieder vollständig heraus bin. Liebe Grüße, Andrea

  • Hannah

    Hallo Steff,

    oh, du Arme 🙁 Zum Glück kommt das ja in der Heftigkeit nur selten (?) vor, gell? Ich hatte neulich auch mal ne Hypo, die mir währenddessen gar nicht soooo schlimm vorkam, der Wert war auch nicht so tief wie bei manch anderen Hypos, aber hinterher war ich komplett durch. Schlapp, müde, schwach und psychisch auch völlig gerädert irgendwie. Und ich weiß nicht, was diese Hypo von einer „normalen“ unterschieden hat…
    Vielleicht kommt es drauf an, welche Hirnregion wie lange wie stark betroffen war oder so? Und dazu kommt, bei mir zumindest, nach ner Hypo, bei der man sich echt sch… gefühlt hat, noch das Gefühl, dass man dagegen einfach nix machen kann, es kommt immer wieder mal vor.
    Ich wünsch dir gute Erholung und viel Beistand 🙂 Viele Grüße, Hannah

  • Rebecca

    Steff,
    ich finde es aber toll, dass du den folgenden Tatbestand angeführt hat:……für Außenstehende nicht nachvollziehbar.
    Ich weiß von so vielen Typ-I Diabetikern quer durch die Republik, die unter diesem Gefühlschaos leiden…Wie hat eine junge Typ-I Diabetikerin gesagt: „Mir geht es sehr gut. Aber jetzt fängt tickt die nicht mehr ganz richtig (Aussage des Umfeldes)“
    Tja, was würden wir geben, wenn diese negativen Wolken von Zeit zu Zeit nicht über uns hängen…

  • Stefanie Blockus

    Danke, ja das kenne ich auch. Allerdings läuft der Hase auch mal anders rum: hoher Blutzucker -> schlechte Laune.

  • Stefanie Blockus

    Danke liebe Petra, jaaa war alles wieder gut. Die Tränen sind getrocknet ;).

  • Stefanie Blockus

    Hey Rebecca, ich senke die Basalrate dann immer nur für eine gewisse Zeit auf O Prozent, damit ich es nicht vergesse. Wenn man die Insulinabgabe komplett stoppt, muss man die Aktivierung ja immer erst bestätigen. Hoffe jetzt ist aber alles wieder im Lot? Davon gehe ich aber aus :). Alles Liebe!

  • Stefanie Blockus

    Danke danke! Oh ja und Stresszusammenhänge kenne ich auch nur zu gut. Wenn mein Mann mich zu dolle ärgert, dann… ;). Nee aber im Ernst, definitiv habe ich die auch schon Zusammenhänge feststellen können. Aber ich glaube diesmal war es wirklich die Hypo. Dienstag ging es mir schon wieder super.

  • Stefanie Blockus

    Liebe Hannah, danke für die tröstenden Worte :). Alles wieder gut :). Kein Wunder, bei euch netten Mitfühlenden hier :). Manchmal ist es echt verrückt, was sone Hypo mit einen veranstalten kann. Mhh ich kenne mich da nicht so aus, aber vielleicht gibt es da ja wirklich so etwas wie eine „Hirnregion-Abhängigkeit“? Wer weiß. Interessant, dass es bei dir auch nicht von der tiefe des Blutzuckers abhängig ist, wie du dich danach fühlst… Ich merke schon, du bist auch ein Selbstforscher durch und durch ;). Lieben Gruß

  • medicum Hamburg

    Hallo Steff, ich habe mit Interesse deinen Beitrag gelesen. Deine Beschreibung trifft durchaus gut zu. In meinem Alltag, im medicum Hamburg/diabetologische Schwerpunktpraxis, bekomme ich verschiedene
    Arten von Hypos geschildert. Sie können sich leicht mit Unruhe, Zittern,
    Schwitzen bemerkbar machen, aber auch durchaus mit einer Art von
    Wesensveränderung, zB Aggressionen, einhergehen.

    Du schilderst eine nächtliche Hypo, von der nicht ganz klar ist, wann sie stattgefunden hat, wie niedrig der Blutzucker gewesen ist und wie lange sie gedauert hat. Deine körperlichen Symptome mit Kopfschmerzen und Müdigkeit, aber auch die emotionale Labilität mit Weinen, können ein Hinweis sein, dass die Hypo ausgeprägter war, als die sonst von dir erlebten Hypos.

    Wichtig ist, dass du dies mit deinem Diabetologen besprichst und vielleicht auch an einen speziellen Hypo-Wahrnehmungskurs teilnimmst, um die Vielfalt deiner Symptome kennen zu lernen und um damit umgehen zu lernen. Vielleicht ist auch eine Anpassung der Insulintherapie notwendig?

    Gut ist, dass unser Körper Warnsignale aussendet und sich nach einiger Zeit auch von der durchlebten Hypo erholen kann.

    Ich wünsche Dir alles Gute!
    Dr. med. Monika Mulert

  • Stefanie Blockus

    Liebe Dr.med. Monika Mulert, vielen vielen Dank für den hilfreichen Kommentar. Einen Hypo-Warnehmungskurs habe ich bereits gemacht, gar nicht mal so lange her. Eigentlich merke ich Hypos rechtzeitig und auch sehr gut. Das war aber nicht immer so. Ich habe mittlerweile gelernt, Zeichen des Körpers in den verschiedensten Situationen bewusster wahrzunehmen. Krämpfe beim Schwimmen oder Zittern im Büroalltag deuten bei mir persönlich meistens auf eine Unterzuckerung hin.

    Ja und die Sache mit der Insulinanpassung… Leider klappt es nie so wie es sollte. Hatte lange Zeit ein CGMS und die Aufzeichnungen waren echt heftig: Achterbahnfahrten (insbesondere nachts) an einem Tag und am nächsten Tag eine gerade Linie im 100er-Bereich.Die Insulindosis haben wir immer wieder neu angepasst, aber es läuft alles quer… deswegen kontrolliere ich auch sehr häufig meinen Blutzucker…

    Liebe Grüße
    Steff

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