Alter, machst du meine Insulinpumpe an, oder was?

Huiuiui… in der Diabetes-Community ist manchmal was los. Was ich meine? Wie so oft ist die eigene Insulinpumpe natürlich die bessere Wahl. Wenn dann einer kommt und meint „die Animas“ oder „die Medtronic“ oder „die Accu-Chek“ sind Mist oder wie sich kürzlich jemand in einer Facebook-Gruppe äußerte, „Der OmniPod ist hässlich“ dann ist so richtig „Partystimmung“ angesagt. Manch einer fühlt sich sogar persönlich angegriffen… Nun gut über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.

Meine Traum-Insulinpumpe misst nur Traum- Blutzuckerwerte: 96 mg/dl in Hannover ;)

Meine Traum-Insulinpumpe misst nur Traum- Blutzuckerwerte: 96 mg/dl in Hannover 😉

Diskussionen in Foren über die bessere Insulinpumpe

Meistens beginnt die Diskussion, sei es in Foren oder in Facebook-Gruppen ganz harmlos „Welches ist die beste/bessere Insulinpumpe?“ „Und was hast du für eine Insulinpumpe?“… bis zum großen Knall „also diese Insulinpumpe ist doch voll besch…“. Weiter wird dann über das „Warum“ diskutiert. Ja der und der hat das und das gesagt und überhaupt habe ich gelesen, aber getestet habe ich sie noch nie… oh je :/. Ich sag immer Probieren geht über studieren und warum auch nicht mal was neues austesten. Oft stellen sich die Hersteller nicht quer, sollten sie auch nicht!

Diabetiker muss zu Insulinpumpe passen und umgekehrt

Am „liebsten“ sind mir persönlich diejenigen, die eine vorgefertigte Meinung haben, sich niemals davon abbringen lassen würden und andere davon überzeugen MÜSSEN, dass ihre Insulinpumpe/ihr Blutzuckermessgerät einfach das beste auf dem Markt sei. Und diese menschliche Sturheit beschränkt sich nicht nur auf Diabetes-Zubehör, auch bei Laufschuhen, Kopfhörern etc. trifft man auf dieses einseitige Denken. Schon „lustig“, bezüglich welcher Dinge Menschen so aneinander geraten können ;), als hätten sie keine anderen Sorgen. Okay das ist ein anderes Thema. Also zurück zum eigentlichen: Nur, weil ich überzeugte OmniPod-Trägerin bin, heißt das noch lange nicht, dass ich die Patch-Pumpe meinem besten (Diabetes-)Freund Nahe legen würde. Diabetiker muss zu Pumpe passen und umgekehrt und eine Pumpenentscheidung ist keine leichte… und die möchte ich auch niemandem abnehmen. Aber wir sollten froh sein, überhaupt eine Auswahl zu haben.

Pro- und Contra-Liste: ich kann dir keine Insulinpumpe empfehlen

Ich habe mir damals eine Pro- und Contra-Liste gemacht und mir genau überlegt, was für mich persönlich wichtig ist. Beispielsweise wollte ich, dass meine Insulinpumpe wasserfest ist und schlauchlos. Na und da ist die Auswahl (vielleicht sogar glücklicherweise) gleich deutlich zusammengeschrumpft.

In letzter Zeit hatte ich gehäuft Anfragen über meinen Blog: „Welche Insulinpumpe kannst du mir empfehlen?“. Ganz ehrlich, wie würdet ihr darauf antworten?

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  • mani manu

    ich verstehe was du damit sagen willst. aber ich werde trotzdem sehr sehr wütend, wenn jemand etwas gegen meine insulinpumpe sagt. ich würde meine pumpe weiterempfehelen, aber auch wie du sagst raten, die möglichkeit nutzen sie zu testen, nachdem die pro/kontra-liste geschrieben ist.

  • Larissa

    Ich habe die Frage letztens beantwortet mit:
    „Es kommt drauf an, worauf du wert legst. CGM Koppelbarkeit? Schlauch oder nicht? Wasserdicht?“
    Denn mich reg es auch immer auf wenn dann kommt „Pumpe XY ist die beste“ „Nimm unbedingt die“
    Es ist doch eigentlich ein Segen, dass wir diese große Auswahl haben und die Geräte auch auf unsere ganz persönlichen Bedürfnisse testen können.

  • Simone Rexilius

    Hallo, ich verfolge deinen Blog schon eine ganze Weile – Danke für Dein „nah dran sein“ und seit dem ich dir „folge“ möchte ich unbedingt die OmniPod Pumpe mal ausprobieren. Leider ist man ja ganze 4 Jahre an seine Wahl gebunden und ich habe noch 1 1/4 Jahr für meine nächste Auswahl. Damals musste es bei mir ganz schnell gehen mit der Pumpenauswahl, weil ich schwanger war und irgendwie tausend andere Dinge im Kopf, als mich langfristig damit zu beschäftigen. Gut nun habe ich meine Accu Chek Spirit Combo und bin recht zufrieden damit. Auch wenn meine Tochter sich mehr als einmal mit dem Schlauch verheddert hat und ich mir das Teil auch öfter schon „ausversehen“ rausgerupft hab. Nervig ist es halt, wenn man oft Strandurlaub macht und dann immer die Pumpe ablegen sollte beim schwimmen. Deshalb möchte ich vor meiner nächsten 4-Jahres-Bindung unbedingt eine schlauchlose testen. Angst hab ich vor dem andauerndem nachfüllen und vor dem schrillen Alarm… aber ich denke, jede Pumpe hat so seine Vor- und Nachteile. Auf jeden Fall wird jede Pumpe immer noch besser sein als keine! (ist meine Meinung, obwohl ich das Ding nach meiner Schwangerschaft eigentlich in der Spree versenken wollte 😉 LG Mone

  • Stefanie Blockus

    Liebe Larisssa, du sagst es. Dem habe ich nichts hinzuzufügen. DANKE!

  • Stefanie Blockus

    Ich sags ja ;): „Alter, machst du meine Insulinpumpe an, oder was?“ 😉 Hehe… aber ich verstehe, was du meinst…

  • Stefanie Blockus

    Simone, das freu mich sehr zu hören, dass du meinem Blog folgst :). Ich bin gerade etwas verwundert, weil du schreibst, dass man 4 Jahre an seine Insulinpumpe gebunden ist. Ich glaube das hat sich (leider) geändert. Man hat die Insulinpumpe jetzt so lange bis sie defekt ist.

    Zum „andauernden“ Nachfüllen kann ich dir sagen, dass das überhaupt nicht stört, zumal es ja nur alle drei Tage ist. Bei der Schlauchpumpe musst du den Katheter alle zwei bis drei Tage neu setzen und unabhängig davon zusätzlich Insulinpatrone befüllen/auswechseln, ebenso den Schlauch befüllen. Beim OmniPod machst du das (ohne langes Schlauch befüllen) in „einem Abwasch“, alle drei Tage. Vom Zeitaufwand eher weniger als mehr.

    Das Piepen … nun gut. Das kann tatsächlich nerven. Allerdings habe ich schon ewig lange keinen Pod-Alarm mehr gehabt, da die Technik der Pods verbessert wurde :). Liebe Grüße und Danke für deine offenen Worte :).

  • Patrick

    Hey, grüß Dich,

    ich hab auch seit einem Monat die OmiPod als Insulinpumpe und finde sie vom Prinzip her ja echt super, aber die Umsetzung der Pods lässt (jedenfalls bei mir) zu wünschen übrig. In einem Monat hatte ich jetzt 5 defekte Pods, wovon 4 ohne Grund angefangen haben „dauerzupiepen“ und 1 wo es angeblich an einem Verschluss lag.
    Also von daher bin ich momentan noch skeptisch… 😉

  • Stefanie Blockus

    Hey Patrick, vielen Dank für deinen Kommentar. So ähnlich ging es mir anfangs auch. Das Problem ist, dass du erst die richtigen „Plätze“ finden musst, an denen sich der Pod „wohl fühlt“. Such dir die Stellen aus, wo du etwas mehr Fettgewebe hast, mache eine kleine Hautfalte, während die Nadel einschießt. Zudem gebe ich nach dem Setzen noch mal etwa eine Einheit Insulin Basal ab… Achte auch darauf, dass, dass du den Pod nicht zu fest fixierst (wenn du ihn fixierst) oder nicht zu enge Kleidung drüber ziehst. Er braucht etwas „Bewegungsfreiraum“. Ich kann dir nicht sagen, wann ich meinen letzten Pod-Alarm hatte, glaub mir, das spielt sich ein. Ach so und nachts sollte man nicht unbedingt die ganze Zeit auf dem Pod schlafen, dass kann auch mal einen Alarm auslösen…

    Aber wie gesagt, es ist erst mal eine Umstellung, gib dem Pod noch etwas Zeit und wenn du nach zwei/drei Monaten immer noch unzufrieden bist, gibt es bestimmt eine Möglichkeit zur Schlauchpumpe (zurück?) zu wechseln.

    Liebe Grüße Steff