Heute spricht Diabetes Typ F (bzw. Diabetes Typ M)!

Diabetes Typ F: Ob Kind, Mutter, Vater, Geschwister, der Partner oder die Katze ;-), (Familien-)Angehörige haben es nicht immer einfach mit uns Typ-1-Diabetikern (zumindest nicht mit mir).

Wie kommt Diabetes Typ F (Famile, Ferwandte ähhh Verwandte – Angehörige halt), in meinem Fall Diabetes Typ M (Miaule und Moppi), mit meinem Diabetes zurecht? Wie gehen Sie damit um, wenn ich bei Unterzuckerung gereizt oder bei zu hohen Blutzuckerwerten (die sich nicht erklären lassen) depressiv gestimmt bin? Wie ermutigen Sie mich, wenn mich beispielweise die Angst vor den Folgeschäden einholt und mir nur zum Heulen zu Mute ist (klar, kommt das auch mal vor!)? Und last but not least: Wie geht es ihnen dabei?

Stimmungsbarometer Blutzucker

Insbesondere die Angst vor schweren Unterzuckerungen (Hypoglykämien) belastet laut der internationalen DAWN2™-Studie in Deutschland mehr als 60 Prozent der Angehörigen! Deshalb habe ich genau dazu mal meinen Mann (Moppi) und meine Katze Miaule 😉 befragt:

Woran erkennt Typ F äh M, dass ich unterzuckert bin? Wie reagiert ihr darauf und was fühlt ihr dabei?

Moppi: Zu Beginn einer Unterzuckerung merke ich meist nur, dass Steffi etwas verwirrter ist als sonst und ein wenig neben sich steht. Auch reagiert sie gereizter als üblich und lässt sich schneller von Kleinigkeiten aus der Bahn werfen. Allerdings kann es für all das auch andere Ursachen geben, darum fällt die Abgrenzung schwer. Sichtbare körperliche Symptome tauchen leider erst sehr spät auf und dann geht es rasant abwärts. Spätestens beim Kopf zucken hört der Spaß auf, da dann eine Ohnmacht nicht lange auf sich warten lässt. Zum Glück sieht Steffi in so einer Situation ein, Traubenzucker zu nehmen, was sie vorher meist verweigert. Da sich die Anzahl der schweren Unterzuckerungen (Ohnmacht und Notarzt) in den letzten zehn Jahren fast an einer Hand abzählen lässt, bin ich meistens gelassen, wenn der Zucker mal wieder etwas absinkt. Aber tritt dann doch mal das besagte Kopfzucken ein, gerate ich ganz schön in Panik.

Meine Diabetes-Helferlein: Moppi und Miaule immer wachsam!

Miaule: Miau!

Mein Mann ist natürlich besorgt, aber richtig „Angst“ hat er selten. Sein Vater hatte auch Diabetes Typ 1 und er hat sich allein deshalb quasi schon zwangsläufig viel mit der Krankheit beschäftigt. Und wer sich mit der Krankheit vielmehr mit seinen Ängsten auseinander setzt, stellt sich diesen.

Fatal wäre es, wie es einige Eltern von Kindern mit Diabetes tun (was ich teils auch nachvollziehen kann), diese zu überhüten. Das verhindert die Selbstständigkeit! Das Handeln und Denken der Mitmenschen darf sich nicht nur um und mit dem Diabetes drehen.

Ich hasse es beispielsweise, wenn ich erwähne, dass ich Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Schnupfen habe oder mir schwindelig ist und dann gefragt werde: „Ist dein Blutzucker nicht okay?“. Doch mein Blutzuckerwert ist okay, aber mir darf es auch mal „schlecht“ gehen, ohne dass der Diabetes daran Schuld ist. Und ja ich raste auch mal aus, wenn ich nicht unterzuckert bin ;). Nur dann ist es „vielleicht“ begründet ;-P. Bei einer Unterzuckerung bin ich streitsüchtig, auf Krawall gebürstet ohne jeglichen Grund. Dafür entschuldige ich mich natürlich hinterher.

Alles was ich während einer Hypo gesagt habe, das habe ich nicht gesagt

Moppi, Miaule und ich haben uns abgesprochen: „Alles was ich während einer Hypo gesagt habe, das habe ich nicht gesagt“. Moppi und Miaule wissen längst, wie ich ticke. Moppi kennt mich, versteht mich, hört mir zu und hat vor allem eines, was ich nicht habe: viel Geduld! Vor allem auch mit mir. Auch Miaule weiß, wenn sie sich besser verstecken sollte ;).

Geduld ist entscheidend!

Aber vor allem die Geduld ist entscheidend! Wenn meine Insulinpumpe, das Blutzuckermessgerät, CGMS, FGMS o. ä. nicht funktionieren, ich ohne Insulin irgendwo festsitze, brauche ich seine Geduld, ihn als Ruhepol. Moppi ist es, der mir dann, das Insulin bringt oder die Gerätschaften repariert oder beim Service anruft, während ich mich noch über die Technik oder mich selbst ärgere und alles verfluche ;).

Moppi: Immer wieder faszinierend, wie sich scheinbar unumgängliche Weltuntergänge innerhalb weniger Minuten mit etwas Ruhe und überlegtem Handeln beheben lassen ;).

Steff: Pah!

Die Sache mit dem Humor, den man nie verlieren sollte!

Wir bringen aber auch beide ähh alle drei viel Humor ins „Spiel“. Denn diesen sollte man nie verlieren, vor allem dann nicht, wenn man sich in Selbstmitleid verstrickt. Es kommt schon mal vor, dass mir einfach zum Heulen zu Mute ist: „Scheiße, warum ich, kein Bock auf dem Mist.“ Tja es nützt ja alles nix. Dann fangen wir an bewusst Humor ins Spiel zu bringen. Diabetes wird zu „Diabombtis“, wird auf die Schippe genommen, bis aus den traurigen Tränen, fröhliche werden. Spätestens dann, wenn Miaule die Blutzuckerteststreifen munter in der Wohnung verteilt, werden die Sorgen in den Hintergrund gedrängt. Aber auch Kritik ist von Nöten!

Den Spiegel vorhalten

Kritik in Sachen Diabetes kann ich gar nicht gebrauchen, sie ist aber notwendig. Genau wie in anderen Lebensbereichen auch. Erst wenn mir jemand den Spiegel vorhält, wird mir oft klar, welche Dinge ich verändern muss, damit es besser läuft.

Der 24-Stunden-365-Tage-im-Jahr Diabetes

Der Diabetes bestimmt beeinflusst nicht nur meinen sondern auch unseren Alltag. Wir haben wie beschrieben unseren Weg gefunden, wie wir damit umgehen, uns nicht unterkriegen lassen (die Gefahr ist vor allem bei Folge- und Begleiterkrankung leider viel zu groß). Humor, Geduld, Verständnis aber auch Kritik und viel Miau, lässt uns entspannter damit leben.

Diabetes ist unser ständiger Begleiter, aber wir haben einen Weg gefunden, dass er unseren Alltag nicht beherrscht!

Geteilte Freude ist doppelte Freude!Share on Google+Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on Pinterest
  • Peter T.

    Starkes Team!

    • Stefanie Blockus

      Danke, ohne meine zwei Helden, wäre ich oft ganz schön aufgeschmissen!

  • Peter T.

    Starkes Team!

  • bimei

    Miaule ist wirklich sehr weise. Die Chefin im Haus eben, ohne es dem Dosenöffner zu zeigen. Wenn sich die Augen von rund zu Schlitz formen, überlegt sie sicher schon, „lass ich den Moppi-Dosenöffner erstmal mit seiner Gelassenheit machen oder muss ich das in die Hand, äh Pfote, nehmen? Ach, ich unterstütze erstmal mit Miau und feuer an. Wenn nix mehr geht, zeig ich mal wieder, was man noch mit Teststreifen machen kann. Und am Ende bekommt so oder so nicht nur Steff Leckerli, ich auch. Miau.“

    Ein toller Blog-Eintrag mal wieder. 🙂 Einen so guten Partner und vier Fell-Pfoten zu haben ist viel wert. Halt sie fest. Und …. gib ihnen auch mal ein Belohnungs-hab-euch-lieb-Leckerli. 🙂

    LG
    bimei

    • Stefanie Blockus

      Jaaa manchmal ist sie ein weises und sehr aufmerksames Kätzchen. Hast du sehr treffend geschrieben :). Hast du auch einen Stubentiger? Kennst den Charakter einer Katze jedenfalls sehr gut ;).

      Hehe und danke für das Lob. Freut mich, dass die der Beitrag gefällt :). Hab deinen Rat auch gleich in die Tat umgesetzt. Heute gab es für das Blutzucker-Team gebratene Honig-Zimt-Bananen. Miaule durfte aber nur den Geruch einatmen und hat als Entschädigung/Ersatz etwas Milchschaum bekommen.

  • bimei

    Miaule ist wirklich sehr weise. Die Chefin im Haus eben, ohne es dem Dosenöffner zu zeigen. Wenn sich die Augen von rund zu Schlitz formen, überlegt sie sicher schon, „lass ich den Moppi-Dosenöffner erstmal mit seiner Gelassenheit machen oder muss ich das in die Hand, äh Pfote, nehmen? Ach, ich unterstütze erstmal mit Miau und feuer an. Wenn nix mehr geht, zeig ich mal wieder, was man noch mit Teststreifen machen kann. Und am Ende bekommt so oder so nicht nur Steff Leckerli, ich auch. Miau.“

    Ein toller Blog-Eintrag mal wieder. 🙂 Einen so guten Partner und vier Fell-Pfoten zu haben ist viel wert. Halt sie fest. Und …. gib ihnen auch mal ein Belohnungs-hab-euch-lieb-Leckerli. 🙂

    LG
    bimei

  • rebecca

    Ein essentieller Punkt, der in der Diabetestherapie keinesfalls unterschätzt werden soll…Ich selbst habe immense Achtung vor meinen Eltern, die keinerlei Mühen und Innovationen gescheut haben. Aber was hat dieser Zucker uns vor allem in der Kindheit geplagt: „Die höllischen Injektionen und das eingeschränkte Essensangebot… “

    Da ist Diabetes Typ F wirklich Balsam auf der Seele.

    • Stefanie Blockus

      Meine Eltern haben auch so einiges durch… mit mir und den Diabetes, na ja gehört ja irgendwie zusammen ;). Sie haben das auch toll gemacht, waren/sind immer für mich da, auch wenn sie mit der Erkrankung anfangs selbst sehr überfordert waren, da ich damals in der Klinik „falsch“ geschult wurde und vieles krumm gelaufen ist…

  • rebecca

    Ein essentieller Punkt, der in der Diabetestherapie keinesfalls unterschätzt werden soll…Ich selbst habe immense Achtung vor meinen Eltern, die keinerlei Mühen und Innovationen gescheut haben. Aber was hat dieser Zucker uns vor allem in der Kindheit geplagt: „Die höllischen Injektionen und das eingeschränkte Essensangebot… “

    Da ist Diabetes Typ F wirklich Balsam auf der Seele.

  • Barbara Glaum

    Wieder ein Super Beitrag! Mir fehlt mein Diabetes F, fällt mir immer wieder mal auf, besonders aber wenn ich diesen Beitrag lese… Alleine ist die Krankheit irgendwie noch schwerer zu bewältigen…

    • Stefanie Blockus

      Danke Barbara. Ich kann das sehr gut nachvollziehen! Ich bin oft sehr Nerven-schwach, vor allem, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es mir wünsche und ohne meinen Ruhepol Typ F, hätte ich für vieles nicht die Kraft und Geduld… Umso mehr geht mein Respekt an dich. Aber sicher hast du auch jemanden, der dir zur Seite steht, für dich da ist, wenn alles schief läuft? Mir hilft es auch zu schreiben, beispielsweise hier in meinem Blog. Manchmal schreibe ich auch Beiträge, die NIE jemand zu sehen bekommt. Ich schreibe dir nur für mich, weil es meiner Seele gut tut…

      • Barbara Glaum

        Leider habe ich niemanden… meine Mami versteht die Krankheit nicht und wenn ich ihr dann mal von meinen Problemen erzähle, dann bekommt sie Angst und macht mich dadurch eigentlich nur noch nervöser/unsicherer… Den Kampf mit der Kasse wegen des CGM muss ich alleine kämpfen, die Angst vor Unterzuckerungen, den Kampf gegen die eigene Faulheit, wenn ich wieder mit Sport anfangen will… aber die Baustellen brauche ich dir nicht aufzuzählen, du kennst sie alle… 😉 Naja, einen habe ich vielleicht – meine Psychologen, aber das ist ja auch zeitlich begrenzt…. aber wird schon werden…

        • Stefanie Blockus

          Liebe Barbara, umso bewundernswerter, dass du das alleine so gut hinbekommst! ich finde es super, dass du dir Hilfe geholt hast. Ich habe auch zwei Jahre Verhaltenstherapie gemacht. Der Diabetes bringt eben viel Mist mit sich: Depressionen, Essstörungen, Angststörungen, Panikattacken, … Und dagegen kann man etwas tun. Nur scheuen sich viele, Hilfe in dieser Form anzunehmen. Wichtig ist natürlich eine gute Therapeutin zu finden, die einen versteht. Ich hatte da großes Glück mit meiner, auch wenn sie leider von Diabetes nicht viel Ahnung hatte. Ich denk an dich, du machst dein Ding und wirst sicherlich auch bald wieder deinen Typ F neben der Psychologin finden, der dir immer zu Seite steht.

    • rebecca

      Wenn Du das falsche „F“ an Deiner Seite hast, ist das alles andere als vorteilhaft für Dich und Deine Blutzuckerführung…

      Da muss man gewaltig abwägen.

      • Barbara Glaum

        mh, das Problem hatte ich noch nicht, ich habe den Typ I erst mit 27 bekommen, da war ich verheiratet, mein Ex-Mann hat mir sehr helfen können bei der BE-Berechnung – leider hat alles andere nicht geklappt (daher Ex-Mann) 🙂
        Mein langjähriger Lebenspartner war mir eine große Stütze in allem, war mein Ruhepol, die treibende aber auch bremsende Kraft an meiner Seite – aber er ist leider vor 3,5 Jahren verstorben. Dadurch muss ich mich nicht nur mit meinem Zucker sondern mit dem ganzen Leben neu und alleine zurechtfinden…
        Aber du hast bestimmt Recht, das falsche F ist für jeden schlecht, bei einer chronischen Krankheit aber ganz besonders…

        • rebecca

          Glaubst du nicht, dass bei dir wieder im privaten Bereich irgendwann wieder die Sonne scheint?

          Matthias Steiner macht mit seiner „neuen“ Familie einen überglücklichen Eindruck…

          Personen, die mit den Alltagtstücken des Diabetes „überfordert“ sind, erzähle ich prinzipiell nichts. Da komme ich sonst selbst in eine negative Spirale.

          Seltsamerweise überkommen mich Hypos häufig wenn ich alleine unterwegs bin…Ich frage mich in diesen Situationen dann auch immer wieder…

          Diabetes Typ I ist meiner Meinung nach nichts für Langweiler und engstirnige Menschen…

  • Barbara Glaum

    Wieder ein Super Beitrag! Mir fehlt mein Diabetes F, fällt mir immer wieder mal auf, besonders aber wenn ich diesen Beitrag lese… Alleine ist die Krankheit irgendwie noch schwerer zu bewältigen…

  • Stefanie Blockus

    Jaaa manchmal ist sie ein weises und sehr aufmerksames Kätzchen. Hast du sehr treffend geschrieben :). Hast du auch einen Stubentiger? Kennst den Charakter einer Katze jedenfalls sehr gut ;).

    Hehe und danke für das Lob. Freut mich, dass die der Beitrag gefällt :). Hab deinen Rat auch gleich in die Tat umgesetzt. Heute gab es für das Blutzucker-Team gebratene Honig-Zimt-Bananen. Miaule durfte aber nur den Geruch einatmen und hat als Entschädigung/Ersatz etwas Milchschaum bekommen.

  • Stefanie Blockus

    Meine Eltern haben auch so einiges durch… mit mir und den Diabetes, na ja gehört ja irgendwie zusammen ;). Sie haben das auch toll gemacht, waren/sind immer für mich da, auch wenn sie mit der Erkrankung anfangs selbst sehr überfordert waren, da ich damals in der Klinik „falsch“ geschult wurde und vieles krumm gelaufen ist…

  • Stefanie Blockus

    Danke Barbara. Ich kann das sehr gut nachvollziehen! Ich bin oft sehr Nerven-schwach, vor allem, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es mir wünsche und ohne meinen Ruhepol Typ F, hätte ich für vieles nicht die Kraft und Geduld… Umso mehr geht mein Respekt an dich. Aber sicher hast du auch jemanden, der dir zur Seite steht, für dich da ist, wenn alles schief läuft? Mir hilft es auch zu schreiben, beispielsweise hier in meinem Blog. Manchmal schreibe ich auch Beiträge, die NIE jemand zu sehen bekommt. Ich schreibe dir nur für mich, weil es meiner Seele gut tut…

  • Thomas

    Hi Steaff und Moppi, ein interessanter Post. Ich finde Ihn auch sehr versöhnlich. Wollt zwar woanders was dazu schreiben, aber jetzt schreib ich doch auch hier mal was. Vor einer Hypo hat meine Partnerin und Frau, glaub ich zumindest zu wissen, keine Angst. Wenn der Blutzucker runter geht, kippt meine Stimmung schlagartig. Ich bin gereizt und meine Frau fährt mir dann über den Mund, dass ich was essen soll. Ich antworte: „Willst Du mich umbringen?“. Und da ich fast mein ganzes Leben glaube bei einer Hypo durch Essensangebote umgebracht zu werden, weiß ich in der Zwischenzeit, dass etwas unlogisch ist und mess‘ mal – sind jetzt nicht so die liebevollen Rituale zwischen meiner Frau und mir, wie bei Euch, aber irgendwie funktionieren sie so am besten. Ich glaube meine Frau hat am meisten Angst vor Keton, vielleicht weil auch ich davor am meisten Angst habe. Ich finde es schön zu lesen, dass Ihr mit Spaß und Ironie Wege gefunden habt den Frust zu begegnen. Ja, ich glaub, das hilft wirklich.

    Erzählt Moppi Dir, was Du manchmal während einer Hypo so alles von Dir gegeben hast? Ich war mal während des Chemieunterrichts ins Koma abgeglitten. Der Chemielehrer, ich mochte ihn nicht bsonders, redete danach nicht mehr mit mir und ignorierte mich. Ich weiß bis heute nicht was ich da so alles erzählt habe – ist aber vielleicht ach besser so.

    Das doofe an einer Hypo danach ist das schlechte Gewissen, finde ich, das man seinem Partner gegenüber hat. Ich finde Euren Weg, alles in einer Hypo gesagte gab es nicht, einfach genial. Das fordert Dir Moppi ganz schön viel ab, auch irgendwie das Verzeihen. Ich denke das ist die Stelle, wo wir am liebsten von unserem Partner in dem Arm genommen werden möchten, und das ist wohl der Punkt in dem ich weiß, dass ich jetzt am meisten von meiner Frau erwarte und bekomme. Wenn ich mich nach einer Hypo rechtfertigen will und mein Freund mir auf die Schulter klopft und sagt „ich kenn Dich“, dann bin ich nicht nur erleichtert kein schlechtes Gewissen haben zu müssen sondern es gibt mir auch irgendwie Halt. Frau und Freunde sind wichtig – Typ F eben.

    Gruß thomas

    • Stefanie Blockus

      Oh oh oh oh… das was ich während einer Hypo so von mir gebe will ich auch nicht wissen ;). Aber ich denke, es hält sich noch im Rahmen, sonst wüsste ich davon ;). Und ja, ich habe richtiges Glück gehabt mit meinem Moppi,. ganz ehrlich: ohne ihn, hätte ich vieles nicht erreicht. Auch was das Berufliche/das Studium, diesen Blog, den ersten Marathon und Trainerschein und und und… betrifft. Er hat mir geholfen meine Träume zu verwirklichen und dafür gesorgt, dass diese durch den Diabetes nicht „behindert“ oder gar „verhindert“ werden.

  • Thomas

    Hi Steaff und Moppi, ein interessanter Post. Ich finde Ihn auch sehr versöhnlich. Wollt zwar woanders was dazu schreiben, aber jetzt schreib ich doch auch hier mal was. Vor einer Hypo hat meine Frau, glaub ich zumindest zu wissen, keine Angst. Wenn der Blutzucker runter geht, kippt meine Stimmung schlagartig. Ich bin gereizt und meine Frau fährt mir dann über den Mund, dass ich was essen soll. Ich antworte: „Willst Du mich umbringen?“. Und da ich fast mein ganzes Leben glaube bei einer Hypo durch Essensangebote umgebracht zu werden, weiß ich in der Zwischenzeit, dass etwas unlogisch ist und mess‘ mal – sind jetzt nicht so die liebevollen Rituale zwischen meiner Frau und mir, wie bei Euch, aber irgendwie funktionieren sie so am besten. Ich glaube meine Frau hat am meisten Angst vor Keton, vielleicht weil auch ich davor am meisten Angst habe. Ich finde es schön zu lesen, dass Ihr mit Spaß und Ironie Wege gefunden habt den Frust zu begegnen. Ja, ich glaub, das hilft wirklich.

    Erzählt Moppi Dir, was Du manchmal während einer Hypo so alles von Dir gegeben hast? Ein bisschen was davon preisgeben möchtet Ihr aber nicht. Verstehe ich ja auch. Ich war mal während des Chemieunterrichts ins Koma abgeglitten. Der Chemielehrer, ich mochte ihn nicht bsonders, redete danach nicht mehr mit mir und ignorierte mich. Ich weiß bei heute nicht was ich da so alles erzählt habe – ist aber vielleicht ach besser so.

    Gruß thomas

  • Barbara Glaum

    Leider habe ich niemanden… meine Mami versteht die Krankheit nicht und wenn ich ihr dann mal von meinen Problemen erzähle, dann bekommt sie Angst und macht mich dadurch eigentlich nur noch nervöser/unsicherer… Den Kampf mit der Kasse wegen des CGM muss ich alleine kämpfen, die Angst vor Unterzuckerungen, den Kampf gegen die eigene Faulheit, wenn ich wieder mit Sport anfangen will… aber die Baustellen brauche ich dir nicht aufzuzählen, du kennst sie alle… 😉 Naja, einen habe ich vielleicht – meine Psychologen, aber das ist ja auch zeitlich begrenzt…. aber wird schon werden…

  • Barbara Glaum

    mh, das Problem hatte ich noch nicht, ich habe den Typ I erst mit 27 bekommen, da war ich verheiratet, mein Ex-Mann hat mir sehr helfen können bei der BE-Berechnung – leider hat alles andere nicht geklappt (daher Ex-Mann) 🙂
    Mein langjähriger Lebenspartner war mir eine große Stütze in allem, war mein Ruhepol, die treibende aber auch bremsende Kraft an meiner Seite – aber er ist leider vor 3,5 Jahren verstorben. Dadurch muss ich mich nicht nur mit meinem Zucker sondern mit dem ganzen Leben neu und alleine zurechtfinden…
    Aber du hast bestimmt Recht, das falsche F ist für jeden schlecht, bei einer chronischen Krankheit aber ganz besonders…

  • rebecca

    Glaubst du nicht, dass bei dir wieder im privaten Bereich irgendwann wieder die Sonne scheint?

    Matthias Steiner macht mit seiner „neuen“ Familie einen überglücklichen Eindruck…

    Personen, die mit den Alltagtstücken des Diabetes „überfordert“ sind, erzähle ich prinzipiell nichts. Da komme ich sonst selbst in eine negative Spirale.

    Seltsamerweise überkommen mich Hypos häufig wenn ich alleine unterwegs bin…Ich frage mich in diesen Situationen dann auch immer wieder…

    Diabetes Typ I ist meiner Meinung nach nichts für Langweiler und engstirnige Menschen…

  • Stefanie Blockus

    Liebe Barbara, umso bewundernswerter, dass du das alleine so gut hinbekommst! ich finde es super, dass du dir Hilfe geholt hast. Ich habe auch zwei Jahre Verhaltenstherapie gemacht. Der Diabetes bringt eben viel Mist mit sich: Depressionen, Essstörungen, Angststörungen, Panikattacken, … Und dagegen kann man etwas tun. Nur scheuen sich viele, Hilfe in dieser Form anzunehmen. Wichtig ist natürlich eine gute Therapeutin zu finden, die einen versteht. Ich hatte da großes Glück mit meiner, auch wenn sie leider von Diabetes nicht viel Ahnung hatte. Ich denk an dich, du machst dein Ding und wirst sicherlich auch bald wieder deinen Typ F neben der Psychologin finden, der dir immer zu Seite steht.

  • Stefanie Blockus

    Oh oh oh oh… das was ich während einer Hypo so von mir gebe will ich auch nicht wissen ;). Aber ich denke, es hält sich noch im Rahmen, sonst wüsste ich davon ;). Und ja, ich habe richtiges Glück gehabt mit meinem Moppi,. ganz ehrlich: ohne ihn, hätte ich vieles nicht erreicht. Auch was das Berufliche/das Studium, diesen Blog, den ersten Marathon und Trainerschein und und und… betrifft. Er hat mir geholfen meine Träume zu verwirklichen und dafür gesorgt, dass diese durch den Diabetes nicht „behindert“ oder gar „verhindert“ werden.