Mildernde Umstände dank Schulstoff Cola

Der Diabetes ist immer für eine Überraschung gut. Was mir jetzt passiert ist, habe ich jedenfalls so in 20 Jahren noch nicht erlebt: Im Urlaub hatte ich das Vergnügen, zwei Tage nahezu KEIN Insulin (nur nachts, Basal 4,7 I.E.) spritzen zu müssen, trotz mehr als ausreichender Energiezufuhr. Da hätte ich mir eine Traubenzucker-Pumpe anstelle einer Insulinpumpe gewünscht. Vorzugsweise gefüllt mit dem neuen Dextro Energy Schulstoff Cola. Dazu gleich mehr.

Dextro Energy Schulstoff Cola Insulinpumpe

Sicherlich bin ich im Urlaub vielleicht noch etwas aktiver als im Alltag. Aber auch nicht übertrieben viel… So habe ich auch wie gewohnt lange Mountainbike-Touren gemacht, war im MTB-Parcours und habe in den „Bergen“ ein paar Höhenmeter geschrubbt (nachdem ich die Tour de Diabetes vorzeitig beendet habe). Außerdem war ich wie eh und je im Wald laufen, um den Kopf freizukriegen. Längst verlangt mein Körper solche Aktivitäten, ansonsten wirkt das Insulin nicht (mehr) richtig.

Wobei bei mir weniger das Laufen als das Mountainbike fahren zu Unterzuckerungen und einem niedrigen Insulin-Basalbedarf, insbesondere nach der Aktivität führt, siehe auch „Welche Sportarten wie meinen Blutzucker senken„.

Erstaunt war ich, dass ich an zwei Tagen (einer davon ein Regenerationstag) kaum eine Chance hatte, der Hypo zu entkommen, und das, OHNE BASAL- und BOLUS-Insulin zu spritzen. Ich habe wie gewohnt gegessen, dafür aber gar nicht gespritzt, zudem gab es über den Tag verteilt fast eine Packung Dextro Energy Schulstoff Cola… Dennoch hatte ich weiterhin Blutzuckerwerte um die 70 mg/dl… Verrückt!

Mit Dextro Energy Schulstoff Cola erst übern Berg und dann über alle Berge…

Ohne Traubenzucker wäre jedenfalls ein Weiterfahren am Berg nicht möglich gewesen… Dabei hatte ich gleich mal die Gelegenheit genutzt und den neuen Dextro Energy Schulstoff Cola eingepackt. Ich finde die Verpackung extrem praktisch, da man sich schnell daraus bedienen und sich gleich mehrere Traubenzucker-Stückchen in den Mund schieben kann, wenn es drauf ankommt.

Der Cola-Geschmack ist absolut meins, nur leider viel zu schade, diese Dinger während einer Hypo zu essen, da merke ich oft eh nicht was ich im Mund habe. Muss aufpassen, dass ich nicht Hendrik oder mich selbst esse ;). Das Prickeln der Traubenzucker-Plättchen hatte ich dann aber doch gerade noch so wahr genommen, wobei ich das „Kribbeln auf der Zunge“ zunächst als Symptom der Unterzuckerung gedeutet hatte ;), bis Hendrik (ja er bedient sich auch ganz gerne daran) meinte, dass der Traubenzucker ihn an Brausepulver erinnert.

In jedem Fall ist mir in einer solchen Situation einfach nur wichtig, dass ich schnell wieder in der Lage bin, meine Tour/meinen Lauf fortzusetzen. Und das konnte ich dann auch!

Sprich: Erst übern Berg und dann über alle Berge ;)…

Das ist ja genau das, was auch Nicht-Diabetiker beispielsweise aus dem Marathon-Lauf-Sport kennt… Doch:

Eine Hypo hat mehr Schlagkraft als der Mann mit dem Hammer

Man sagt, ab 30 Kilometer begegnet man beim Marathon dem „Mann mit dem Hammer“ (mit dem habe ich auch schon Bekanntschaft geschlossen). Den muss man aber nicht begegnen und auch nicht unbedingt erst oder schon bei 30 Kilometern, wenn man ausreichend Energie zu sich genommen, sprich die Kohlenhydrat-Speicher im Vorfeld gut gefüllt hat. Und wenn er trotzdem kommt, dann hilft, um das Tempo aufrecht erhalten zu können, eben nur schnelle hochkonzentrierte Energie, beispielsweise in Form von Powergels, Traubenzucker, etc. pp.

Bei uns Diabetikern ist das allerdings alles etwas komplizierter 😉 und eine Hypo hat definitiv noch mehr Schlagkraft als der Mann mit dem Hammer. (Klick hier, wenn du wissen möchtest, wie ich mich bei einer Hypo fühle: Ein Blutzucker geht seinen Weg: von der Unterzuckerung bis zur Bewusstlosigkeit) 

Dextro Energy Schulstoff Cola bei Hypo

Normalerweise soll Traubenzucker den Blutzucker ja schnell in die Höhe treiben, aber auch schnell wieder absenken, da (bei Nicht-Diabetikern) der Körper dann vermehrt Insulin produziert. Aufgrund meiner abgeschalten Insulinpumpe war das aber nicht der Fall, sprich kein Insulin vorhanden. Erst Stunden nach der Tour, als wir zum Abendessen zu Hause einkehrten und ich auch nach neun Stunden immer noch kein Insulin intus hatte, fiel der Blutzuckerwert (unglaublich aber wahr) wieder ab. Praktisch, auch weiterhin war scheinbar kein Insulin nötig. Spätestens jetzt war ich erstaunt!

Diabetes ist und bleibt ein Rätsel

Das Spiel sollte sich auch am nächsten Tag, einem Regenerationstag, so fortsetzen… Same again. Tatsächlich war an diesen beiden Tagen nur eine, und das auch nur sehr geringe nächtliche Insulindosis nötig, obwohl ich nicht wirklich viel mehr/herausfordernden Sport betrieb als sonst. Das sollte sich allerdings den Tag danach auch schon wieder rächen! Beim Biken hatte ich mich diesmal, in der Hoffnung, ich wäre nun geheilt (Spaß, die Hoffnung besteht wohl eher nicht ;)), mehr als ausreichend mit Dextro eingedeckt… Tja nur leider habe ich nahezu die doppelte Menge an Insulin benötigt als gewohnt. Man könnte meinen Diabetes ist und bleibt ein Rätsel…

Schulstoff Cola am Rad

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  • rebecca

    Ich kenne dieses Szenario. Dies tritt vorwiegend bei mir im Sommer bei starker körperlicher Anstrengung auf. Die ersten beiden Tagen ist man nur erstaunt, dass trotz abgestellter Insulinzufuhr fortlaufend nur der Zucker „fällt“. Im Endeffekt ist man kontinuierlich mit Essenszufuhr beschäftigt. In diesen Momenten habe ich mich dann innerlich schon gefragt: „Springt jetzt meine Bauchspeicheldrüse wieder an?“

    Aber einen bis zwei Tage folgt dann leider der Ernüchterung, dass dem nicht so ist.