(Tor) Tour de Diabetes vorzeitig beendet: Blick hinter die Kulissen

Nach dem Etappenziel Hannover hatte ich mich entschieden, die (Tor)Tour de Diabetes zu beenden. Zwei Etappen lang hatte ich mich je 140 Tageskilometer mit Magen-/Darm-Schmerzen und -Krämpfen auf dem Bike gequält. 140 Kilometer sind für mich gut zu schaffen, ob nun mit oder ohne eBike oder auch laufend ;). Mit Magen-/Darm-Problemen macht es jedoch wenig Spaß, wie man sich vorstellen kann.

Die Entscheidung, die Tour de Diabetes zu beenden ist mir nicht leicht gefallen, die meisten wissen, wie sehr ich mich darauf gefreut habe. Und diejenigen, die mich noch besser kennen, wissen auch, dass ich so schnell nicht aufgebe, 2011 einen Marathon mit einer Stressfraktur im Tibial Plateau zu Ende gebracht habe… Oder auch mal mehrere Marathons am Stück durchlaufe, auch mit Darmblutung, Rückenproblemen und verwundeten Füßen.

Hier auch noch mal ein kleiner Einblick in die Vorbereitungen zur Tour de Diabetes:

Das ist wie eine Tür, da musste durch! So lautet(e) mein Leitsatz…

Da ist ne Tür Tour, da musste durch… Aber muss ich das wirklich? Diese Frage verfolgte mich gegen Ende der zweiten Rad-Etappe der Tour de Diabetes. Eine sehr gute Freundin, hat mir mal gesagt, wenn ihr ein Buch nicht gefällt, liest sie es nicht zu Ende. Recht hat sie, die Lebenszeit ist zu begrenzt, um zwanghaft alles durchzuziehen. Doch schwierig im Leben dahingehend die Grenzen festzulegen.

Da es mir gesundheitlich Stunde um Stunde schlechter statt besser ging, wurde für mich bald klar, bis hierhin und nicht weiter. Gesundheit geht nun mal vor. Das Angebot, für kurze Zeit im Wohnmobil mitzufahren, das einige verletzungsbedingt oder weil sie sich verfahren hatten, netterweise schon beanspruchen durften, bestand auch für mich. Allerdings war/ist das für mich keine Option. Nicht zuletzt aufgrund der unangenehmen Magen-/Darmbeschwerden. Und wenn, dann möchte ich solche Projekte RICHTIG zu Ende bringen, ganz oder gar nicht.

Die Ursache meiner gesundheitlichen Beschwerden wollte abgeklärt werden, meine Vermutung: eine Kombination aus Stress und nicht-glutenfreiem Brot. Ggf. sogar ein Morbus-Crohn-Schub, der natürlich auch wiederum durch Stress hervorgerufen werden kann.

Der Stress: (Tor) Tour de Diabetes?

Tatsächlich hat mich die Tour gestresst. Ich war noch im Arbeitsmodus, hatte dieses Jahr noch keinen Urlaub nehmen können. Außerdem hatte ich noch die Bedingung im Hinterkopf, dass ich auch von unterwegs aus arbeiten musste, damit ich trotz Urlaubssperre, Urlaub für die Tour de Diabetes nehmen konnte.

Ich kann nur von den zwei Tagen berichten, aber zum „von unterwegs aus“ Arbeiten war definitiv keine Sekunde Zeit. Abends in den Jugendherbergen standen neben Betten beziehen, Fahrräder abschließen, Klamotten sortieren, Akkus laden, duschen, Essen machen/fassen, Besprechung des nächsten Tages, Gruppen-Aufteilung, noch einiges mehr auf dem Plan. Da reichte es gerade noch für einen Blutzucker-Check und die eigene Diabetes-Planung, bevor die Augen schon von ganz alleine zu fielen.

Morgens starten wir früh, um alles noch zusammen zu packen, die Bikes vorzubereiten, Getränke-Flaschen zu füllen und frühstücken zu können, um es dann pünktlich zum Pressetermin am Nachmittag zu schaffen. Oder auch nicht ;)…

Problem war dabei, dass die Navis leider oft ausfielen, wir somit  ziemlich verloren dastanden und sogar einige extra Kilometer gefahren sind, wenn wir nicht alle zusammen als Einheit fuhren. Aber Hypos, Toiletten-Pausen oder das Warten auf die letzten Fahrer führten zu Zeitverzögerungen. Außerdem waren die Wohnmobile nicht immer vor uns an den vereinbarten Pausen-Treffpunkten, so dass es uns an Energie, Getränken und Räder-Akkus fehlte. Essen konnte ich aber aufgrund der Magen-/Darm-Geschichte eh nicht ausreichend. Von daher ;/…

Natürlich war ich fertig mit den Nerven… Und ich konnte die wirklich schön ausgewählten ersten zwei Etappen nicht genießen. Sascha, Heiko und Hendrik, aber auch Marianne und Judith schafften es zeitweise mich abzulenken :-*.

Die Teilnehmer, der Gruppen-Zusammenhalt bei der Tour de Diabetes

Mit einigen der Teilnehmern habe ich zeitweise echt interessante Gespräche über Diabetes, Sport, Gott und die Welt geführt, wenn der Schmerz und der Stress im Hinterkopf das zuließen. Ich habe die meisten auf ihre Art und Weise sehr lieb gewonnen. Dazu reichten drei Tage, zwei Nächte, zwei Bike-Touren und Unterhaltungen via Whats App und Facebook im Vorfeld.

Bestes

Wir Teilnehmer hatten jedoch sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Ablauf der Tour de Diabetes, was mitunter dazu führte, dass die Ersten auf die langsameren Genuss-Fahrer warten mussten und sich die langsameren Fahrer wiederum von der Spitze unter Druck gesetzt fühlten. Nicht nur deshalb gab es schon nach dem ersten Tag auf dem Rad durchaus nachvollziehbare Auseinandersetzungen und Diskussionen.

(Fast) Alle für einen, Einer für (fast) alle ;). Der Gruppenzusammenhalt funktionierte meistens schon recht gut. Wenn es darauf ankam, hielt man zusammen. Zumindest im Großen und Ganzen…

Die Botschaft der Tour de Diabetes und die Vorurteile

Haben wir das Thema „Diabetes und Sport“ ins rechte Licht gerückt? Oder wurde die Botschaft, dass man auch mit Diabetes große sportliche Herausforderungen meistern kann, durch die Tatsache abgeschwächt, dass wir auf eBikes gesessen haben!? Tatsächlich blieben Kommentare von Dritten wie „Mit Motor kann ja jeder!„, sowohl im Vorfeld als auch während der Tour nicht aus. Allerdings kommen solche dummen Kommentare meistens von Neidern oder Leuten, die noch nie auf einen eBike gesessen oder nicht mal 10 Kilometer auf dem Rad durchhalten können.

Dennoch waren sie abzusehen. Solche Kommentare gehen zwar links rein, rechts raus, hinterlassen aber dennoch ihre Spuren und haben es ja an dieser Stelle auch wieder in diesen Blog-Beitrag geschafft ;-P. Ich durfte mir im Vorfeld sogar anhören: „12 Invalide auf E-Bike-Tour„… WIRKLICH WAHR! Beschämend!!! Ich denke aber, dass die Botschaft der Tour den ein oder anderen im positiven Sinne erreicht hat!

Die Organisation der Tour de Diabetes

Beschweren können wir uns immer alle ganz gut ;). Das möchte ich nicht, allein auch deshalb, weil ich nur zwei Tage und das im doppelten Sinne „unter Strom“ auf dem Rad saß. Dennoch kam es zu Beschwerden… Denn natürlich ist es ärgerlich, wenn

  • Navis nicht funktionieren,
  • auf Grund der angepeilten aber von den wenigsten Teilnehmern erreichten Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h die Zeitplanung nicht funktioniert,
  • die Schnellsten nicht auf die Langsamsten warten, auf Stürze und Hypos wenig Rücksicht nehmen,
  • Probleme mit unangemessenen oder defekten Fahrrädern belächelt werden,
  • der Ersatz-Akku für das Fahrrad zur falschen Zeit am falschen Ort ist,
  • die Unterkunft und das Essen (nicht ganz unwichtiger Punkt bei Diabetes, auch in Zusammenhang mit Unverträglichkeiten) enttäuschen oder/und
  • die Aufgaben drum herum, etwa Betten beziehen, Bike-Akkus laden, Navi-Systeme organisieren, verträgliches Essen organisieren an die Substanz gehen.

Sicher ließen die Ankündigungen im Vorfeld mehr erwarten, wodurch der ein oder andere und da will ich mich auch nicht ausnehmen, mit zu hohen Ansprüchen die Tour de Diabetes angegangen ist. Doch wie kann man es besser machen? Man benötigt nicht zu letzt mehr Man-Power, die wiederum aber auch bezahlt werden will. Mit wenig Budget Großes auf die Beine zu stellen ist eine Herausforderung, wie ich sie auch gerade mit „Diabetes läuft.“ erfahre. Es mangelt an Sponsoren-Geldern bei Pilot-Projekten. Schade!

Um das Wichtigste hat man sich jedenfalls bei der Tour de Diabetes bemüht und gekümmert: um unsere Gesundheit. Ein Diabetologe, eine Diabetes-Beraterin und ein Stoffwechsel-Wissenschaftler haben uns im Wohnmobil (vereinzelt auch auf dem Rad) begleitet. Mit den Abbott FreeStyle Libre fühlen wir uns alle aber viel sicherer und konnten die Etappen alle deutlich entspannter angehen, der Glukose-Trendpfeil macht es möglich.

Letztendlich denke ich, dass es eine große Herausforderung ist, eine solche Tour zu organisieren. Die Route, Unterkünfte, Sponsoren, eBikes (Akkus, Gepäcktaschen, Navigationssysteme), Begleiter der Tour (Diabetolgen, Presse, Techniker)… Hinzu kommen Absprachen mit Teilnehmern, etwa Alter, Krankheit, Typ 1, Typ 2, Diabetesdauer, Medikamente, Unverträglichkeiten… Das Einfordern von Attesten, Absicherung etc. pp. Dafür meinen ganz großen Respekt.

Die Tour de Diabetes fand/findet derzeit das erste Mal statt, es ist ein Pilot-Projekt. hinter dem eine richtig klasse Idee, viel Herzblut, Arbeit und Organisation stecken. Bemerkenswert finde ich auch, dass Fotograf Mike, einer der Initiatoren, die Tour im Vorfeld mit einem normalen Fahrrad geradelt ist. Klasse Leistung!

Fotos der Tour de Diabetes

Nicht immer sagen Bilder mehr als tausend Worte…

Mein Fazit zur Tour de Diabetes und mein aktueller Gesundheitszustand

Ich denke, ich habe hier nun wirklich viele, vielleicht zu viele, ehrliche Worte hinterlassen, die mir jedoch auch auf dem Herzen lagen. Danke an dieser Stelle, wer sie gelesen hat.

Das Projekt an sich ist eine richtig klasse Aktion/Idee gewesen ohne Frage und ich hoffe, dass dieses Projekt auch im nächsten Jahr wieder stattfinden wird. Optimierungen würde ich mir insbesondere in Sachen Zeitmanagement/Navigationshilfen, Ernährung, Unterkünften und Zusammenhalt wünschen. Die Route an sich war wunderschön, wahnsinnige Landschaften und Sehenswürdigkeiten. Schön wäre natürlich auch noch etwas mehr Interesse seitens der Pharma, der einzelnen Städte und Presse/Öffentlichkeit gewesen. Ich ziehe meinen Hut vor den Initiatoren, die mit wenig Budget und Man-Power für uns Diabetiker diese Tour de Diabetes auf die Beine gestellt haben. DANKE!

Mir geht es deutlich besser, mein Magen-Darm-Trakt hat sich wieder beruhigt. Die Ärzte haben mir mehr Ruhe und Schlaf verordnet und weniger Stress und Grübeleien. Tatsächlich habe ich mir beruflich und privat viel zu viele Projekte zugemutet und mich zu sehr verausgabt. Die Nerven lagen blank, schon vor der Tour de Diabetes. Nun merke ich, wie ich in meinem (wenn auch kurzen) Urlaub gerade etwas runterkomme, Projekte ausblende. Ich laufe, bike (aber wieder ohne Motor und in den „Bergen“ ;)), schwimme, mache Yoga, genieße Zeit mit Hendrik, meinen Katern, Family und Freunden, um Energie zu tanken. Und jetzt ratet mal, wie meine Blutzuckerwerte das finden?

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  • Tanja

    Liebe Steff, ich lese hier seit mindestens 5 Jahren deinen Block. Du machst mir sehr viel Mut damit. An dieser Stelle ist es an der Zeit dir zu danken, für die vielen ehrlichen Worte. Dich muss man nicht einmal persönlich kennen, um zu wissen, dass du nicht so schnell aufgibst. Ich verfolge die Tour-Seite auch ein bisschen, wenn ich etwas Zeit dafür finde (jetzt nicht mehr, weil du nicht mehr dabeu bist :(). Es ist erkennbar, dass es sich dabei um ein Pilot-Projekt handelt. Die Idee hat mir von Anfang an gefallen, doch du schreibst selbst und so ist es auch, es war abzusehen, dass die motorisierten Fahrräder dumme Reaktionen auslösen. So sind viele Menschen und es wird schlimmer mit ihnen, nicht besser. Ich persönlich hätte aber auch keine Lust auf Fahren ohne Navigation, Betten beziehen und den ganzen Stress im Urlaub. Dazu wäre ich nach einem ganzen Tag auf dem Rad zu kaputt gewesen. Du musstest ja auch noch nebenbei arbeiten!!!! Sehr schade ist, dass du die Tour aus gesundheitlichen Gründen beenden musstest, aber es war die richtige Entscheidung, denn gesundheit geht jedenfalls vor. Alles im Leben hat seinen Sinn und einen Grund. Es war ein Wink des Schiksals, ruhe dich aus uns stresse dich nicht noch mehr. Jetzt mache doch erstmal richtigen Urlaub.

    • Stefanie Blockus

      Nicht dafür, Tanja ;). Ich danke dir, dass du hier mit Begeisterung mit liest. Die Tour solltest du trotzdem verfolgen, bleibt spannend und ist schon eine gute Sache :). Auf die dummen Reaktionen sollten wir mal gar nichts geben. Jugendherberge sind auch nicht meins, aber hätte schlimmer kommen können, Dschungelcamp-like oder so ;). Spaß beiseite…

      Ich bin froh, dass es mir besser geht und ich brauche jetzt tatsächlich ein wenig Ruhe, um wieder Kraft zu tanken. Habe mich doch sehr überarbeitet… Und bis Donnerstag habe ich ja jetzt erst mal frei :).

  • http://www.martinbewersdorff.de Martin Bewersdorff

    Ehrliche Worte, jedoch m.E. etwas zu kritisch, vielleicht auch auf Grund des eigenen schlechten Zustands? Eine gut gestaltete Website als Teaser sagt noch nichts über die Organisation der Tour – und darin scheint es ja Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Es ist ein Pilotprojekt, das aber auch von den Medien interessiert aufgenommen wurde, so dass es sowohl Radio- als auch TV-Berichte gibt/gab. Das macht Mut für die Zukunft, ich wäre gerne dabei im nächsten Jahr, auch wenn ich diesmal dachte: „na, ob das wohl alles richtig gut organisiert sein wird?“ Dir liebe Steff danke ich für diesen ehrlichen Beitrag und wünsche Dir, dass Du die richtige Balance findest zwischen Deinem Engagement, persönlichen Dingen und Deiner gesundheitlichen Situation. Ich habe das leider viel zu lange nicht richtig gemacht, daher meine Empfehlung heute: Das Leben ist kein Wettrennen, lass es langsamer angehen, höre die Musik, bevor das Lied vorüber ist. Viele Grüße aus Braunschweig.

    • Irina

      Steff im schlechten Zustand? Neln, wohl eher die Organisation der Tour. Noch viel zu positiv geschrieben der Bericht, steff, nach dem was ich von anderen gehört habe!!!! Muss man sich nicht geben.

      • Stefanie Blockus

        Magen-/Darm ist wieder okay, mir geht es deutlich besser, danke :).
        @iIrina: Ich habe meine Meinung „zusammengefasst“ und die Orga hat alles getan, was in ihrer Macht stand und vom Budget her möglich war. Sicher waren einige weniger zufrieden, andere mehr. Aber deshalb habe ich oben auch die unterschiedlichen Ansprüche/Erwartungen erwähnt.

        @martinbewff:disqus Entwicklungsmöglichkeiten gibt es sicher, definitiv. Die gibt es immer und man kann nie alle zufrieden stellen und allen Ansprüchen gerecht werden. Besser ist man erwartet erst mal gar nichts, um sich dann positiv überraschen zu lassen, als andersrum. Mit Magen-/Darm-Problemen fällt es natürlich schwer bei Laune zu bleiben. Danke dir für deine lieben Worte/Tipps. Ich arbeite tatsächlich schon lange an mir, dass ich endlich mal alles etwas gelassener angehe/ruhiger werde und auch mal genießen kann…

  • Snacky

    Hallo Steff,

    schade, dass das so mit dem Treffen nichts wird 🙂 Ich hab mir ein paar der Strecken auf der Facebook-Seite angeschaut und stelle fest: zu viel Schotter für mich.

    Was mich überrascht: Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25km/h kann ich auf dem Rennrad vielleicht über ein paar hundert Kilometer aufrecht erhalten. Aber mit einem schweren Rad, mit dem die elektrische Unterstützung bei 25km/h aufhört? Das halte ich für gewagt 🙂

    Dennoch sehr schade, dass die super Tour vorzeitig aufhören musste. Ich sehe die Strecke immer noch als fantastisch an. Schließ dich doch nächstes Jahr Maximilian (dem hier: http://www.diabetesundsport.at/ueber-mich/) oder mir an, und wir radeln ein schönes längeres Brevet an einem Tag. 🙂

    • Stefanie Blockus

      Hi Snacky, ja schade, dass es so kommen musste. Du hast recht… Wir sitzen jetzt wieder auf unseren Mountainbikes. Das ist meine Welt ;), nicht die ebikes, dennoch war es eine interessante Erfahrung und ich fiebere mit den anderen Teilnehmern mit. Gerne können wir mal eine Tour gemeinsam machen, wobei ich vorzugsweise Trails mit dem MTB fahre ;).

      • Snacky

        Trails mit dem MTB machen mir aber Angst. Da sind gefährliche Wurzeln, und böse Giftschlangen und finstre moosige, nasse Steine und gemeine Sandlöcher. Auf der Straße mit dem Rennrad gibt es nur glatten Asphalt und freundliche Autofahrer, nette Lastwagen … nichts was einen bedroht.

        Warte mal…

        Ich muss mir das mit dem MTB doch nochmal anschauen…

        • Stefanie Blockus

          Hahahaaaa, mir machen die bösen Auto und LKW-Fahrer Angst.

          Vorgestern hatte ich übrigens eine Nackt-Gift-Schnecke an meiner vorderen Gabel sitzen, die war aber echt ganz cool drauf. Sie findet meine Gabel einfach klasse und konnte sich nicht von ihr lösen… Just ist sie mit mir auf dem Weg in den Harz… Hab mir gedacht, soll sie auch mal mit auf große Reise kommen.

  • Car-Sten

    Hallo Steff,

    vielen Dank für Deine ehrlichen Worte und den Blick hinter die Kulissen.

    Ich habe mir vorab die Seite zur Tour durchgelesen und konnte nirgends eine Info bezüglich kalkuliertem Durchschnitt, genauem Streckenverlauf, Streckenbeschaffenheit, Anzahl Akkus (pro Tag),… finden.

    Was mich wundert, es wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h angesetzt.
    Ich hatte einen Schnitt von 15-20 km/h und 1 Akku pro Tag und Teilnehmer zugrundegelegt. Was aber auch schon ordentlich ist, wenn man nicht weiß, wo es langgeht, wie sich das Rad verhält und es generell ein anderes (und schwereres) als das gewohnte Rad ist.
    Eine sichere Radbeherrschung sollte da schon vorhanden sein. Gerade auch, wenn der Untergrund mal aus Schotter oder unebenem (Wald)boden besteht.
    Und um dann mit einem (in der Unterstützung) bei 25 km/h abgeregelten Rad auf den 25er Durchschnitt zu kommen muss man es an manchen Stellen bergab deutlich flotter angehen lassen.
    Auf ebener Strecke mit einem ~30 Kilo Rad über das Tempo von 25 zu kommen ist schon anstrengender und fordert ordentlich Kondition.

    Es sollen sich ja angeblich ~200 Personen für die Tour beworben haben. Mir stellt sich die Frage, ob es auch soviele gewesen wären, wenn die jetzt vorhanden Infos vorab verfügbar gewesen wären?
    Es ist ja doch etwas anderes, ob man ab und zu mal 1 Tour von 100km (von mir aus auch mit nem eBike) fährt, oder sowas 9 Tage am Stück schaffen muss. Der Zeitplan für die Pressetermine und sonstige Aktivitäten scheint ja auch straff geplant gewesen zu sein.

    Hatte gedacht, daß ihr Radler die ganze Tour als eine Gruppen fahren würdet. Hätte den Vorteil gehabt, daß man unterwegs quatschen kann und die schwächeren Fahrer vom Windschatten profitieren können. Von der Hilfsmöglichkeit bei Pannen, Hypos, Stürzen,… mal ganz zu schweigen.
    So wäre es nicht ganz so fies, wenn mal ein Navi in der Gruppe streikt. Einer sollte immer noch den korrekten Weg weisen können. Selbst mit Smartphone oder Tablet hätte man den Weg finden können. Habe echt an einen Scherz geglaubt, als Du von den 20 Extra-Kilometern geschrieben hattest und man auf Fotos eine Papierkarte sehen konnte.

    Die Wohnmobile und Begleitfahrzeuge hätten es auch einfacher gehabt EINE Gruppe zu betreuen, wenn sie immer nur ein paar Kilometer vor/hinter den Radlern gewesen wären. Daß man aufgrund unterschiedlicher Wege nicht direkt bei den Radlern sein kann, ist nicht so dramatisch.

    Insgesamt halte ich die Tour für eine gute Idee, der mal den Status als Pilotprojekt (samt knappem Budegt) noch deutlich ansieht. Wenn bei einer Neuauflage ein paar Dinge optimiert werden, wäre das echt toll.

    • Stefanie Blockus

      Hi Carsten, danke für deine Worte und Verbesserungsvorschläge. Im Vorfeld war vieles ungewiss und einiges wurde auch zu viel versprochen. Oft kommt es aber eh ganz anders als erhofft. Es ist auch verdammt schwierig eine solche Tour zu planen und allen Teilnehmern und ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Die einen wollen eher schnell, die anderen eher langsamer fahren. Die Leistungsniveaus waren zu unterschiedlich, als das wir alle hätten zusammen fahren können. Da müssen wir als Mitfahrer uns einig werden, sind wir aber (zumindest in den ersten Tagen) nicht.

      Wenn jemand ne Hypo hatte, was nicht selten passierte, haben einige leider keine Rücksicht genommen. Mit den Navis ist doof gelaufen, da hätten wir alle besser vorher die Tour-/GPS-Daten bekommen sollen. Auf die Systeme war kein Verlass. Die Wohnmobile konnten auf den wirklich wunderschönen Waldstrecken leider nicht mal annährend bei uns bleiben.

      Ich denke, die Orga und wir als Teilnehmer wissen, dass das schon ne coole Sache ist, aber dass noch einiges optimiert werden muss. Untereinander gab es deshalb auch Reibereien, das muss nicht sein. Auch aufgrund der Ernährung…
      Wir haben in jedem Fall alle draus gelernt, denke ich.

  • Tina

    Danke für die ehrlichen Worte. Ich habe kontakt mit jemanden, der mitfährt. Du hast das hier eher noch beschönigt, das ist viel zu nett geschrieben. Du kannst fast dankbar sein, weil du krank geworden bist.

    Die Facebookseite ist doch auch ein schlechter Scherz. Das ist doch peinlich. Schon mal die Videos angeguckt???? Erst dachte ich du machst die Seite, doch schnell wurde deutlich, dass so viel Unprofessionalität nicht von dir kommen kann!!!

    Die Idee ist schon gut gewesen, mehr aber auch nicht. Ich hatte überlegt mich zu bewerben, es aber dann +auf Holz klopf+ doch nicht gemacht. SCHADE FÜR DICH, für die TEILNEHMER.

    • Stefanie Blockus

      Harte Worte, Tina. Ich denke ich weiß, worauf du dich beziehst. Ich möchte hier auf keinen Fall jemanden was Böses und einen Shitstorm auslösen. Ich war auch sehr gestresst durch die Schmerzen. Sicherlich ist einiges quer gelaufen. Mein Eindruck ist aber, dass alle aus den ersten Tagen gelernt haben und es nun etwas besser läuft.

      Die Facebook-Seite betreue ich nicht. Während der Tour war natürlich wenig Zeit diese zu pflegen und nicht immer kann man sich auf die Technik verlassen.

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