Wenn auf Stress und Anspannung endlich Entspannung folgt… dann ist Weihnachten

Schluss mit Stress und Anspannung… Ihr Lieben, jetzt ist es schon so weit: Weihnachten klopft an die Tür und wir zünden gleichzeitig zum vierten Advent die vierte Kerze an.  Erst gestern bin ich etwas in Weihnachtsstimmung und zur Ruhe gekommen und auf die Anspannung folgte endlich Entspannung. „Schuld“ am Runterkommen war der Besuch eines besonderen Weihnachtskonzerts. Das hat in kürzester Zeit gewirkt. Ich bin jetzt jedenfalls der Meinung, dass man sich so ein Konzert vom Arzt verschreiben lassen können sollte ;).

Tschüß Anspannung: Weihnachtskonzert von Maybebop

Schon lange habe ich nicht mehr so viel Spaß gehabt und so viel gelacht, wie bei dem gestrigen Weihnachtskonzert der A-Capella-Gruppe Maybebop (muss man kennen und mögen ;)). Und der Blutzucker? Ehrlich gesagt, hatte ich keine Lust drauf, mir den Spaß nehmen zu lassen und habe die Werte während des Konzerts, mal einfach Werte sein lassen, da sie mich zuvor geärgert hatten. Manchmal muss das einfach mal sein, den Diabetes zur Seite schieben, um nicht an den Blutzuckerwerten zu verzweifeln.

Der Blutzuckerwert sank während des Konzerts kontinuierlich ohne weitere nötige Korrekturen (die ich in letzter Zeit immer wieder vornehmen musste trotz angepasster geändertert Winter-Basalrate), wie ich im Nachhinein an meiner Glukosekurve erkennen konnte. Ich musste die Basalrate stoppen, um eine Hypo zu verhindern. Das typische „jetzt wirkt das ganze Insulin auf einmal“-Phänomen. Während des Konzerts habe ich es auch richtig gemerkt, wie die Anspannung nachließ und somit war mit einem Absturz der Werte zu rechnen. Immer wenn ich angespannt bin, habe ich hohe Werte und erst wenn ich entspanne, sinken sie wieder.

Und was sagt uns das jetzt? Diabetiker brauchen täglich Haus-Konzerte ihrer Lieblingsbands auf Rezept!?! Tatsächlich hat der Bass (Sepp von Maybebop) vor Jahren bei uns im Haus gewohnt. Na, und seit dem er ausgezogen ist, sind die Werte schlechter… Okay lassen wir das, Spaß beiseite, damit komme ich wohl nicht durch. Mhh, aber in jedem Fall trägt Entspannung zu guten Blutzuckerwerten bei! Und die sei uns jetzt Weihnachten allen gegönnt!

Diabetes und Stress: ein Systemfehler liegt vor

Zuvor war bei mir der übliche „Stress“ Programm, den, den man sich eben selbst macht. Völlig unnötig. Stress führt bei mir zu anstrengenden Blutzuckerausreißern. So muss ich ständig Insulin-Korrektur spritzen.

Stress ist Definitionssache und jeder empfindet ihn anders. Ich bin leider der Typ, der sich schnell stressen lässt, etwa von hohen Blutzuckerwerten. Wie belastend wir etwas empfinden, hängt davon ab, wie wir es bewerten. Klar weiß ich, dass ich niemals alle Einflussfaktoren auf meine Blutzuckerwerte (bleiben wir mal bei dem Beispiel) steuern kann und auch mal einen „Ausreißer“-Wert tolerieren sollte, dennoch fällt es mir manchmal schwer, nicht daran zu verzweifeln. Hinzu kommt auch, dass schlechte Blutzuckerwerte auf die Stimmung drücken.

Auch mit viel Wissen und Engagement lässt sich der Diabetes nicht immer perfekt managen

Ich muss mir in solchen Momenten bewusstmachen, dass auch mit viel Wissen und Engagement der Diabetes sich nicht immer perfekt managen lässt. Ich bemühe mich, mir nicht immer selbst die Schuld zuzuschreiben. Damit gehe ich etwas gelassener, entspannter durch den Alltag, was widerum eine positive Auswirkung auf die Blutzuckerwerte hat. Verdammter Teufelskreis ;).

Was tun bei Stress?

Mir wurde empfohlen zum Yoga zu gehen, Achtsamkeitsübungen zu machen… doch das war nicht meins. Mein Gedanken ratterten während der Übungen weiter „Ich muss dies und jenes noch erledigen, das ist doch jetzt Zeitverschwendung…“, ich kam nicht zur Ruhe. Mit der Zeit habe ich herausgefunden, was mich wirklich entspannt. Bei mir sind es das meditative Laufen, backen, zeichnen, photoshoppen, Wohnung putzen und Katzenschnurren zum Einschlafen. Bei dir wird das sicherlich etwas ganz Anderes sein.

So habe ich kürzlich wütend meinen FreeStyle libre-Sensoren hinterher telefoniert und währenddessen gezeichnet, um runterzukommen, mich nicht über den Kundenservice zu ärgern. Dabei ist diese (Grob-)Zeichnung eines Lamas entstanden. Tatsächlich hat mich das Zeichnen ruhiger gestimmt.

Diabetes-Drama-Lama

Diabetes-Drama-Lama

Mein Blutzucker war zu hoch, ich genervt, weil ich geraume Zeit in der Warteschleife hing, um dann zu erfahren, dass meine neuen Libre-Sensoren vor Weihnachten nicht mehr eintrudeln würden… Bestellt hatte ich sie im Oktober und mehrfach nachgehakt, wo sie denn beleiben! Deshalb der leicht genervte Blick des Tieres.

Diabetes-Drama-Lama? Nöö! Weihnachten 🎄

Falls ihr auch so tickt wie ich, euch oft gestresst fühlt, kann ich euch nur aus eigener Erfahrung raten, viel auszuprobieren, was euch entspannt und eure Entspannungsmethode(n) fest in den Alltag zu integrieren. Insbesondere in der heutigen Leistungsgesellschaft und vor allem auch als Diabetiker finde ich es sehr wichtig, mal alle fünf gerade sein zu lassen.

Ich hatte immer das Gefühl „Entspannung“ ist Zeitverschwendung. Heute weiß ich: „Zeit ist nicht verschwendet, wenn du sie verschwendest“. Damit wünsche ich euch nun besinnliche, fröhliche Weihnachten im Kreise eurer Liebsten, Peeps 😘 🎄💙!

 

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  • Felix

    > So habe ich kürzlich wütend meinen FreeStyle libre-Sensoren hinterher telefoniert

    Woah, ich dachte, ich wäre damit vor Weihnachten alleine gewesen!
    Erst die zweite E-Mail für ein weiteres Libre-Sensoren-Rezept im November, obwohl das vorherige Rezept schon im System war und dann noch die späte Lieferung seitens DHL bei der die Hotline von Abbott leider keine Hilfe war.
    Vor Weihnachten muss es wohl etwas Chaos im nahen DHL-Paketzentrum gegeben haben – aber im Gegensatz zu anderen Paketen, die direkt nach 2-3 Tagen angekommen sind, war mein Paket erst im örtlichen DHL-Paketzentrum, dann am anderen Ende der Republik und schließlich – die angegebene Lieferzeit nun wirklich ausreizend – nach 1,5 Wochen wieder im örtlichen DHL-Paketzentrum und wurde nun endlich ausgeliefert.
    1,5 Wochen klingt vielleicht kurz, aber für diese Zeit plötzlich wieder blutig zu messen und nicht mehr bequem zu scannen war nun wirklich kein Zuckerschlecken.