DANA RS Insulinpumpe: Warum die kleine Große mehr Aufmerksamkeit verdient hat!

Ja genau, ich finde die DANA RS Insulinpumpe aus dem Hause SOOIL braucht noch mehr Aufmerksamkeit. Warum? Darum! Als ich diese kleine Insulinpumpe das erste Mal live sah, war ich verwundert. Mann, wie winzig ist die und die soll wirklich Platz für 300 I.E. Insulin bieten können? Auf jedem Foto, das ich zuvor zu Augen bekam, wirkte sie so viel größer. Nun, dass sie so klein und leicht, aber dennoch robust ist, war nur ein Grund, warum sie mein Interesse geweckt hat. Natürlich auch, weil sie über Smartphone-App steuerbar und die bisher einzige AKTUELL ERHÄLTLICHE (!!!) Insulinpumpe ist, die loopfähig ist. Für mich wäre es keine Option (nur wenn es keine Alternative gäbe), eine ältere Insulinpumpe wie etwa die Accu Check Combo oder Medtronic Minimed zum Loopen zu nutzen, weil ich Bedenken hätte, dass sie jeden Tag ihren Geist aufgeben könnte. Außerdem müsste man zusehen, wie man ältere Insulinpumpen und regelmäßig deren zugehöriges Klimbim 😉 auftreibt.

SOOIL geht den richtigen Weg

Der Insulinpumpenhersteller der DANA RS ist SOOIL. SOOIL hat als im Vergleich zu anderen etablierten Insulinpumpenherstellern auch als erster Hersteller den richtigen Weg eingeschlagen. SOOIL nahm sich der Open Source Community #WeAreNotWaiting an. SOOIL werkelte nicht Jahre lang im stillen Kämmerlein vor sich hin, um irgendwas Neues zu erfinden, das letztendlich eh nicht unseren Bedürfnissen gerecht würde. Nein, hier ging man andere Wege.

SOOIL ist schlau, sei wie SOOIL

SOOIL war schlau und schnappte sich einen Open-Source-Entwickler, der Plan und Durchblick hat und weiß, wie etwa Kommunikation zwischen Insulinpumpe und Smartphone-App in beide Richtungen funktioniert und implementiert werden kann. Damit hat es SOOIL geschafft, mit der DANA RS die erste erhältliche Insulinpumpe auf den Markt zu bringen, die per Smartphone App steuerbar ist und die Kommunikation mit der Loop-Software AndroidAPS ermöglicht. So, bäm.

Allein das ist für mich ein Grund, zumindest erstmal den Hersteller SOOIL zu loben. Nun aber wie steht es um die Insulinpumpe DANA RS? Ist sie auch eine der besseren Pumpen, die bisher in Deutschland erhältlich sind? Wie behauptet sie sich im Alltag? Dazu gleich mehr.

Über die DANA RS

Die Insulinpumpe DANA RS ist wie oben besagt klein, leicht, robust, via Smartphone steuerbar. Sie bietet Platz für 300. I.E. Insulin. Soweit so gut. Bevor ich darauf eingehe, wie sie sich im Alltag geschlagen hat, zunächst noch mal ein paar weitere wichtige Fakten zur Insulinpumpe DANA RS im Überblick:

  • Datenübertragung via Bluetooth Low Energy (BLE)
  • komplette Steuerung der Insulinpumpe über AnyDANA App möglich
  • Reservoir: 300 I.E.
  • klein: 92 x 45 x 20 mm (inklusive Reservoirkappe)
  • leicht: 62 g (inklusive Batterie)
  • Energieversorgung: 3,6 V Lithium-Batterie
  • Batterielebensdauer: 4 Wochen
  • Wasserschutzklasse: IP28 (gegen unbestimmtes Eintauchen)
  • Motor: Swiss Micro DC
  • Alarmmeldungen über Töne und/oder Vibration
  • Tastatursperre
  • einfache Menüführung durch Symbole und Begriffe
  • Display: Energiesparmodus, beleuchtet, mehrsprachig
  • Speicher: 3.000 Ereignisse: Bolus-Mengen, Bolus-Durchschnittwerte, Tagesgesamt-Insulinmengen, Reservoir-Befüllmengen, Infusion-Set-Befüllmengen, Kohlenhydratmengen, Blutzuckermesswerte, Alarmmeldungen, Stopp-/Startzeiten, temporäre Basalraten und Basalraten
  • Basalraten: 4 individuell einstellbare Profile
    • 0,1 I.E./h und 0,01 I.E./h AbstufungBasalraten: 4 individuell einstellbare Profile
    • Insulinabgabe alle 4 Minuten
    • 24 Basalsegmente pro Tag
    • Temporäre Veränderung um +/- 100 % in 10 % Schritten bis zu 24 Stunden
  • Bolus:
    • 0,05 I.E. / 0,1 I.E. / 0,5 I.E. und 1,0 I.E. Abstufung,
    • Bolus-Erinnerungsfunktion
    • Bolus-Kalkulator (inklusive Berechnung der noch aktiven Insulinmenge)
    • manuelle Eingabe des Blutzuckerwertes in den Bolus-Kalkulator möglich
  • Bolus-Programme:
    • voreinstellbare Mengen für Früh, Mittag und Abend
    • Einzel-Bolus , Dual-Bolus, Verzögerungs-Bolus

Wie sich die Insulinpumppe DANA RS im Alltag und Sport schlägt

Jetzt zum Alltag: Hält die DANA RS wirklich was sie verspricht? Das kann ich schon mal bejahen. Wie schlägt sie sich aber im Vergleich zu anderen Insulinpumpen? Nun, ich hatte ja berufsbedingt fast alle am Markt erhältlichen Insulinpumpen testen können/dürfen/müssen ;). So kann ich mir nun ein Urteil erlauben. Konkret gehe ich auf die skeptischen Befürchtungen ein, die in der Diabetes-Community heiß diskutiert werden.

Die Extravagante

Tatsächlich ist die DANA RS anders! So hat sie beispielsweise ein Linksgewinde. Wer etwa den Reservoirfachdeckel auf- und zudreht, muss dies andersrum als gewohnt tun. Aber daran gewöhnt man sich wirklich schnell. So schnell, dass ich etwa im Alltag verzweifelt versuchte, Flaschenverschlüsse nach links (im Uhrzeigersinn) aufzudrehen ;).

Gewindestange

Weiterhin wäre da die Gewindestange. Vorab hatte man mir gesagt, dass es etwas umständlich sei, das Reservoir der DANA RS zu wechseln. Also umständlich ist für mich was anderes ;). Es ist einfach ungewohnt. Klar, bei der Ypso-Pump etwa, funktioniert das Zurückfahren der Gewindestange automatisch. Die Gewindestange ist in der YpsoPump, wie das auch bei anderen Insulinpumpen der Fall ist, fest eingebaut. Dadurch geht der Wechsel aber nicht zwangsläufig schneller.

Bei der DANA RS nehme ich die Gewindestange in die Hand, stecke sie selbst in das Reservoir, ziehe damit das Insulin auf und nehme einen motorisierten Inserter zur Hand, der mich dabei unterstützt, die Gewindestange auf die richtige Position zu „fahren“. Dann setze ich das Reservoir samt Gewindestange in die Insulinpumpe und muss selbständig etwas nachjustieren, wenn das Reservoir mit der Gewindestange nicht ganz fest in der Pumpe sitzt. Von Hand gebe ich auch die Insulinmenge ein, die ich in das Reservoir aufgezogen habe. Schaut euch dazu mal auf der Facebookseite „DANA Insulinpumpe“ das Video zum Reservoirbefüllen an.

Allerdings sei hier auch ewähnt, dass das Reservoir der DANA RS Platz für 300 I. E Insulin bietet. Damit komme ich etwa 10 Tage (!!!) hin. In die YpsoPump passt nur gut die Häfte. Ich muss also doppelt so häufig wechseln. Der Wechsel des Rervoirs bei der DANA RS geht mittlerweile bei mir schon richtig schnell von der Hand. Spätestens nach dem dritten Wechsel ist man im Flow.

Die Sache mit der Batterie

Die Batterie der DANA RS ist auch nicht Standard. Die Batterien sind nur im Diabetes-Fachhandel oder beim Hersteller/Vertrieb selbst erhältlich. Zumindest gibt es sie nicht in den Geschäften um die Ecke. Deshalb ist es wichtig, immer mindestens eine Ersatz-Batterie bei sich zu führen. Zur Not kann man sich diese noch aus dem Inserter mopsen. Die Batterie hält bei mir gute 4 Wochen, dann wechsele ich, bevor der leider etwas nervige Batterie-leer-Alarm losgeht ;). Wichtig ist auch, dass man sich die Batterien nicht auf Vorrat kauft. Hier hatte ich dazu schon etwas geschrieben: Infos, Tricks und Tipps zur 3,6 V Batterie der Dana-Insulinpumpe

Die Katheter

Leider hat die DANA RS keinen Luer-Anschluss, weshalb nur verhältnismäßig wenig Katheter zur Verfügung stehen. Aber auch hier weiß man sich zu helfen, wenn man etwa mit den offiziellen DANA-RS-Kathetern nicht zurecht kommt… Sei es mit 3-D-Druckern oder Katheter anderer Hersteller abknippsen und so ;). Aber das Thema möchte ich hier und heute an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Gehe bei Bedarf aber auch gerne noch mal drauf ein. Ich bin jedenfalls mit den offiziellen Kathetern zurechtgekommen.

Die Optik!

Eigentlich interessiert mich die Optik einer Insulinpumpe herzlich wenig, wenn sie mir das bieten kann, was mit eben die DANA RS samt Loop ermöglicht. Klar ist das ein Nice to have, für mich aber nicht mehr und nicht weniger. Die DANA RS erscheint im „Retro-Look“, ich liebe Retro, aber nicht jeder mag das. Aber auch das ist nicht schlimm, denn die Insulinpumpe kann auch ohne Loop über App gesteuert werden, die braucht man lediglich zum Reservoirwechsel mal aus der Tasche zu holen.

Apropos Tasche…

Ich war überwältigt, als ich meine DANA RS ausgepackt hatte! Schaut mal was für eine Taschenvielfalt da mitgeliefert wird. Von Clip, über Bauchgurt bis hin zur „Duschtasche“. Letztere benutze ich allerdings nicht, sondern clippe die insulinpumpe einfach an den Duschvorhang ;), wenn ich zu faul bin den Katheter abzukoppeln:

Ich nutze gerne die Taschen mit Clip, zwei an der Zahl wurden mitgeliefert und damit sitzt die Insulinpumpe auch beim Jumping Fitness im SportsBra sicher.

Mein Fazit

Die DANA RS bietet mir genau das, was ich mir im Diabetes-Alltag seit Jahren wünsche. Mit meinem „gebastelteten Loop“ und DANA RS erfahre ich gerade ein neues Leben! Es ist wirklich wahr! Ich habe Blutzuckerwerte, wie sie im Buche stehen. Natürlich erlebt auch noch mal einen zu hohen oder zu niedrigen Wert, aber es ist so verdammt selten. So selten, dass es mir bei einem so gut wie mittlerweile nie auftretendem Wert von um die 230 mg/dl schon richtig mies geht. Solche Werte bin ich nicht mehr gewohnt. Bis hierhin war natürlich auch etwas Arbeit nötig, versteht sich.

Ich bin jedenfalls neben den Bastlern, Entwicklern und Technikfreaks, der gesamten #wearenotwaiting-Community und meinem Mann auch dem Hersteller SOOIL unendlich dankbar, eben dass sie als erster Insulinpumpenhersteller neue Wege gehen! Die DANA RS ist eine Insulinpumpe die zwar extravagant ist, aber das leistet, was bisher keine kann! Ich fühle mich mit der DANA RS sicher wie nie und auch ohne die LOOP-Möglichkeit wäre es für mich eine Insulinpumpe, die meinen Ansprüchen mehr als gerecht wird. Sie macht meinen Sport mit, sie ist klein, leicht, robust, sie ist verlässlich, ich mag ihr Zirpen bei Insulinabgabe, Ich mag es sogar sehr, dass sie anders ist! Eben nicht Standard! Und nein, dieser Beitrag ist nicht gesponsert!

Eigentlich brauche ich die DANA RS nie aus meiner Tasche zu holen, aber manchmal schaue ich gerne noch mal aufs Display. ich bin ja son sicherheitsliebender Kontrollfreak 😉


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