Zwei-Insulinpumpen-Experiment: Geringerer Insulinverbrauch dank Doppel-Katheter / Y-Katheter

Thema heute ist mein Zwei-Insulinpumpen-Experiment, bei dem ich einen geringeren Insulinverbrauch feststellen konnte und nun auf Doppel-Katheter / Y-Katheter setze/hoffe ;). Aber von vorn…

Es war hier etwas ruhig um mich, in der Zwischenzeit ist aber dennoch einiges passiert. So habe ich etwa einen Artikel übers Loopen für die c‘t geschrieben (siehe: Die kompilierte Bauchspeicheldrüse) und hatte auch sonst hauptberuflich, nebenberuflich und sportlich viel um die Ohren. (BTW: Wer Lust hat, kommt am 8. Mai nach Dortmund, dort findet ein Workshop zum Thema Diabetes und Sport mit Ulrike Thurm und mir statt. Ein paar Plätze und Sportgeräte und Hantelbänke sind noch frei ;). Freue mich euch zu treffen.

Weiterhin habe ich mich mit der Krankenkasse rumgeschlagen (yay, Dexcom G6 ist endlich bewilligt, dazu mehr auf meiner Facebook-Seite) und ansonsten habe ich mal wieder viel ausgetestet und zahlreiche Diabetes-Selbsttests unternommen ;). Zum einen setzte ich mich gerade intensiv mit OmniLoop auseinander (dazu später mal mehr) und zum anderen war ich noch vor einiger Zeit öfters mit zwei aktiven Insulinpumpen (zu der Zeit noch ohne Loop) unterwegs. Darum soll es heute gehen.

Unterwegs mit zwei Insulinpumpen

Ich hatte bereits berichtet, dass ich mehrere, aktuelle Insulinpumpenmodelle testen durfte und hatte euch auch an meinen Erfahrungen mit den einzelnen Insulinpumpen hier im Blog teilhaben lassen. Aufgrund der vielen „Testobjekte“, die hier aufschlugen und aufgrund des Zeitdrucks kam es dazu, dass ich zeitweise mit zwei verschiedenen Insulinpumpen unterwegs war. Dabei liefen beide Insulinpumpen mit temporär auf 50 Prozent abgesenkter Basalrate, versteht sich.

Folgende Insulinpumpen hatte ich gleichzeitig im Einsatz:

Medtrum A6 TouchCare   OmniPod
Dana Diabecare RS YpsoPump
YposPump Medtrum A6 TouchCare  
OmniPod Dana Diabecare R
OmniPod YpsoPump

Doppelkatheter/Y-Katheter

Beim Verwenden zweier Insulinpumpen auf 50 Prozent Basalrate fiel mir auf, dass das Insulin viel besser wirkt, bzw. ich insgesamt deutlich weniger Insulin benötige. Das kam insbesondere nachts zur Geltung oder auch in ruhigen, sitzenden, nicht aktiven Phasen.

Nun, wollen und können wir natürlich nicht zwei Insulinpumpen gleichzeitig tragen (die Krankenkasse würde uns was husten), aber schon lange habe ich darüber nachgedacht, warum es eigentlich keine Doppelkatheter gibt? Also quasi ein Infusionsset bei dem ein Ende des Schlauches wie gewohnt an der Insulinpumpe befestigt ist, sich aber der Schlauch in der Mitte splittet und am anderen Ende (bzw. den zwei Enden) eben zwei Nadeln zur Verfügung stehen, die am Körper an unterschiedlichen Bereichen gesetzt werden können. Ich nenne es mal Y-Katheter, also einen Namen hätte ich auch schon, falls hier jemand die Idee umsetzen möchte ;)?

Insulinpumpe mit Y-Katheter / Doppelkatheter

Ernsthaft, sicher ist das keine Lösung für Menschen mit Nadelphobie und es kostet auch noch mehr Zeit, von der wir im Diabetes-Alltag eh zu wenig haben, aber dennoch finde ich diese Idee gar nicht so dumm. Was meint ihr?

Große Mengen an Insulin, die in einer Körperstelle gespritzt werden, wirken bei mir jedenfalls nicht sonderlich gut, so dass ich eh schon nicht selten auch den Bolus via Pen (statt über Insulinpumpe) spritze und sowieso meistens splitte. Bei anderen Diabetikern sieht das scheinbar recht ähnlich aus. Weiterhin hätte man so auch etwas mehr Sicherheit im Alltag: Löst sich einer der Katheter, wie man das auch nicht selten im Alltag/beim Sport erlebt, hat man immer noch etwas Sicherheit der Insulinabgabe über den Zweiten.

Natürlich müsste man schauen, dass es zu keinem Kabel-, bzw. Schlauchsalat kommt, aber hier gibt es sicher Wege das umzusetzen. Auch ist mir bewusst, dass so ein Katheter sicherlich mindestens doppelt so teuer sein wird, als sie ohnehin schon sind, allerdings kann dadurch wiederum an Insulin gespart werden. Auf einem Diabetes-Kongress hatte ich das Thema Doppel-Katheter/Y-Katheter auch schon mal angesprochen und es war/sei sogar etwas ähnliches in der Mache, hieß es. Also falls ihr mehr wisst, raus damit ;).

Mit OmniPod höherer Insulinbedarf

Mir haben die Zwei-Insulinpumpen-Experimente in jedem Fall schöne Blutzuckerwerte bei geringerer Insulindosis gebracht und ich habe noch etwas daraus gelernt:

Es hat sich deutlich abgezeichnet (worüber ich auch schon mal berichtet hatte), dass mein Tagesbedarf an Insulin mit OmniPod höher liegt als mit Schlauchpumpe. Mein Verdacht hatte sich damit bestätigt. Bei der PatchPumpe Medtrum A6 TouchCare hatte ich wiederum den gleichen Insulinbedarf wie auch mit den anderen Schlauchpumpen. Auf den OmniPod, den ich nun seit 8 Jahren offiziell nutze und auch weiterhin bis auf ein paar Macken liebe (denn die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht), möchte ich im Rahmen meines OmniLoop-Experiments in naher Zukunft aber noch mal detaillierter eingehen. Dazu sind jedoch erst noch ein paar weitere Tests nötig.

So jetzt bin ich gespannt, ob ihr vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht habt, bzw. was ihr von der Idee „Doppelkatheter“ bzw. „Y-Katheter“ haltet ;)?

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