Presswürste

Hier auf Fuerte komme ich dazu, mir am Strand im warmen Sand ein paar Gedanken übers Leben und über mich selbst zu machen, nach dem Motto: „Wer bin ich und wenn ja wie viele?“ Will ich mein Leben überhaupt so, wie ich es lebe oder wurde ich da so hineingepresst? Betreibe also ein wenig Selbstfindung. So auch mein „Plan“. Im Alltag bleibt ja keine „Zeit“ dafür. Besser ist’s wohl auch, man macht sich keine Gedanken darüber. Es kommt wies kommt. Und so soll’s eben sein. 

Denn wenn ich mein Leben so leben würde, wie ich es wollte, dann wäre und würde es sicher anders verlaufen. Nun ja, irgendwie sind wir da ja alle „Presswürste“ oder hat uns jemand gefragt, ob wir dieses Leben überhaupt so wollen? Nicht, dass ich mich darüber beschweren will, aber manche Dinge hätte man uns doch auch im Vorfeld erst mal fragen können, ob sie so geschehen sollen/ob man das denn überhaupt so will ;).

Nun ja diesen Urlaub habe ich so gewollt, das ist jedenfalls sicher. Genieße ihn auch weiterhin mit meinem Mopp und so soll’s eben sein ;). Gestern stand Sunset-Horseriding auf unserer Liste :). Der Mopp hat sich als Reitanfänger echt gut geschlagen. Fotos folgen. Nun bin ich mir jedenfalls ganz sicher, dass nicht mehr allzu viel Zeit vergehen wird, bis ich wieder ein eigenes Pferd oder erst mal eine Pflegepferd besitze. Wie ich das vermisst habe, dieses unbeschwerte Gefühl bei einem Ritt, entlang der Küste. Wahnsinn! Dachte ich hätte das Reiten schon verlernt, aber es klappt wie früher. Meinem Blutzucker hat es übrigens auch gefallen ;)… hat mich eben vom Stress befreit.

PS: Ein Urlaubsbericht und Fotos von Fuerte folgen natürlich. Aber erst mal weiter genießen.

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  • Hey du Liebe,
    ich glaube schon, dass wir alle ein wenig festgelet sind, trotzdem sollten wir unser Leben so leben wie wir es wollen! Das mach ich jeden Tag und damit lässt es sich auch ganz gut leben! 🙂 Wünsche Euch noch ne schöne Zeit!
    Lieben Gruß
    Mila

  • Mila hat meine Gedanken zum Thema sehr schön zusammen gefasst, danke! Trotzdem möchte ich meine Gedanken noch etwas auswalzen.

    Ich vertrete die These, dass wir auf jeden Fall gefragt wurden, ob wir das so wollen. Und was aus einer universellen Perspektive interessant, lehrreich, spannend und unterhaltsam erschien, kann nach dem „großen Vergessen“ oft ätzend, schwierig, unannehmbar, lästig und zum Heulen scheiße sein. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich in 95% meiner Zeit in dem Vertrauen lebe, dass ich eines Tages – vorzugsweise noch während ich mich auf diesem Planeten bewege – die „universelle Perspektive“ wieder einnehmen kann.

    Bis dahin finde ich es sehr spannend, meine Position zwischen den beiden extremen Polen auszuloten. Der „The Secret“-Pol, der sagt „Alles ist möglich, du musst nur glauben“. Und dem existenzialistischen „Presswurst“-Pol (sehr schönes Wort!), der sagt „Wir werden in diese Welt geworfen und können unserem Schicksal nicht entkommen.“ So paradox es klingt, ich bin mir sicher, dass beides wahr ist.
    Auf der Suche hilft mir auch folgendes Gebet:

    „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

    Uff, ich hoffe, das war nicht zu schwere Kost, aber wer mich kennt, weiß, das ich ein sehr fröhlicher und optimistischer Mensch bin. Ich wünsche euch auf jeden fall einen wunderbar erholsamen und erkenntnisreichen Urlaub.

  • Gabriel

    Noch ein Gedanke zum „gefragt werden“ – Hermann Hesse hat das sehr schön in seinem Gedicht „Das Leben, das ich selbst gewählt“ formuliert:

    Ehe ich in dieses Erdenleben kam,
    ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
    Da war die Kümmernis, da war der Gram,
    da war das Elend und die Leidensbürde.
    Da war das Laster, das mich packen sollte,
    da war der Irrtum, der gefangen nahm.
    Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
    da waren Haß und Hochmut, Stolz und Scham.

    Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
    die voller Licht und schöner Träume sind,
    wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
    und überall der Quell der Gaben rinnt.
    Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
    die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
    wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
    als Auserwählter hoher Geister denkt.

    Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
    mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
    Mir ward gezeigt die Wunde draus ich blute,
    mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
    Und als ich so mein künftig Leben schaute,
    da hört ein Wesen ich die Frage tun,
    ob ich dies zu leben mich getraute,
    denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

    Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme-
    »Dies ist das Leben, das ich leben will!«
    gab ich zur Antwort mit entschloßner Stimme.
    So wars als ich ins neue Leben trat
    und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
    So ward ich geboren in diese Welt.
    Ich klage nicht, wenns oft mir nicht gefällt,
    denn ungeboren hab ich es bejaht.

  • Danke für eure Kommentare :).
    @Gabriel: Interessante Zitate und Einstellung. Darüber muss ich erst mal schlafen und mir weitere Gedanken machen;). Nächste Woche bombardiere ich dich bestimmt wieder mit Fragen dazu;)