Der „Nebenbei-Diabetes“: Diabetes als Begleiterkrankung von Mukoviszidose

Und welches Blutzuckermessgerät hast du? Keine Ahnung, es misst halt meinen Blutzucker…Insa hat Mukoviszidose und Diabetes als Begeleiterkrankung.

Diabetes aus einer anderen Perspektive

Wenn ich dich jetzt als Typ-1-Diabetiker frage, welches Blutzuckermessgerät du nutzt, welches Insulin du spritzt oder welche Insulinpumpe du besitzt, dann kannst du diese Frage mit Sicherheit spontan ohne groß nachzudenken beantworten, oder? Insa hat auch Diabetes und sie kann das nicht. Insa hat eben irgendein Blutzuckermessgerät, das halt den Blutzucker messen kann und damit seinen Zweck erfüllt. Insa hat Mukoviszidose und diverse Begleiterkrankungen und ach ja… so ganz nebenbei hat sie auch Diabetes.

Beim Mukoviszidose-Lauf habe ich Insa kennengelernt :), sie hat als "Nebenerkrankung" Diabetes

Beim Mukoviszidose-Lauf habe ich Insa kennengelernt :), sie hat als „Nebenerkrankung“ Diabetes

Wir hatten uns beim Mukoviszidose-Spendenlauf (sie organisiert diesen) kennengelernt, bereits beim Werkheim Marathon (den sie mit ihrem Rad kurz nach ihrer Lungentransplantation begleitet hatte (!!!)) ausgiebig gequatscht und uns letzten Sonntag ausnahmsweise nicht bei einem Lauf sondern auf einen Kaffee getroffen.Ursprünglich stand auch wieder ein Treffen bei einem Lauf an, aber leider ist mein Fuß ja verstaucht :/. So fiel dieser aus, wie auch der Marathon in Bremen.

Jammern auf höchstem Niveau

Nein, ich werde jetzt nicht Jammern, denn das Gespräch mit Insa am Sonntag hat irgendetwas in mir verändert. Mir ist wieder bewusst geworden, dass Menschen (mich eingeschlossen) viel zu viel jammern, interessant sind aber die unterschiedlichen Anlässe dafür. Ein Beispiel direkt aus dem Geschehen: Während man sich am Nachbartisch über das Wetter beklagte, ein Autofahrer über die Beulen an seinem Neuwagen schimpfte,ich mich über meinen Fuß und meine Blutzuckerwerte ausließ, saß Insa mir gegenüber, lächelt lebensbejahend und fragte die Bedienung, ob sie ihr ein neues Glas ohne Zitronenscheiben und Eiswürfel bringen könnte.

Wasser und Zitrone nicht für Diabetiker?

Zunächst war ich verwundert. Da ist doch kein Zucker drin ;). Aber ernsthaft: In Eiswürfeln lauern vermutlich mehr Bakterien als im Klowasser. Denn die Annahme, dass krankmachenden Bakterien im Eisfach die Puste ausgeht, ist ein Irrglaube. Und auch wenn es Insa nach der Lungentransplantation glücklicherweise wieder richtig gut geht, gibt es einiges, was ihr Leben von einem ganz „normalen“ Leben unterscheidet: So muss sie sich vor Infektionen schützen, denn diese können für Transplantierte lebensgefährlich werden. Außerdem viele Medikamente zur Immunsuppression (schützen das Transplantat vor einer Abstoßung) einnehmen (leider haben diese teilweise fiese Nebenwirkungen). Zudem stehen natürlich auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Transplantationsnachsorge an…

Insa und ihr Nebenbei-Diabetes

Mit Insa: Sie hat Diabetes als "Begleiterkrankung" von Mukoviszidose

Mit Insa: Sie hat Diabetes als „Begleiterkrankung“ von Mukoviszidose

Ich denke es ist besser, wenn Insa selbst davon berichtet. Falls ihr Interesse habt an einen Bericht von Insa, dann votet gern dafür in Form von Kommentaren. Insa wird dann sicherlich einen Gastbeitrag schreiben und berichten, wie sie den „Nebenbei-Diabetes“ managet, was sie darüber denkt. Und das tut sie sicherlich ganz anders als du oder ich. Diabetes mal aus einer ganz anderen Perspektive. Ich bin gespannt…

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  • Lutz

    Danke für den Beitrag
    Du hast recht, es rückt die Perspektive zurecht. Im Moment ist mir mein gelegentliches Gejammer über psoriasis und meinen süßen Begleiter richtig peinlich. Ist im Vergleich ja nur nen Kratzer.

  • tanja

    Steff, ich bin der meinung du hast auch oft genug hier geschrien (von diabetes abgesehen) und jammern darf man malk, tust du doch selten/nie. der bericht von insa würde mich sehr interessieren! danke lg von tanja

  • Andrea

    Hallo Steff (und Insa!), ja, ich würde gern einen Bericht aus Insa’s Perspektive lesen! Mein eigener Diabetes ist gerade ein wenig in den Hintergrund gerückt, was ich als super angenehm empfinde. Klar ist er noch da und will gepflegt werden, aber mehr so als Riesenhoppelkaninchen, das mich begleitet :). LG, Andrea

  • Anna

    Hallo Steff und Insa, mich würde ein Beitrag aus einer anderen Perspektive sehr interessieren.
    Ich als „hauptberufliche“ Diabetikerin erwische mich viel zu häufig dabei, den Diabetes als schwarzes, gefräßiges Ungetüm darzustellen. Grade darum fände ich es interessant, etwas über den Diabetes als „Begleiterkrankung“ zu lesen – vielleicht geht dann vielen Diabetikern mal auf, dass das schwarze, gefräßige Ungetüm meistens doch nur ein zwar nerviger, aber gut auszuhaltender Kumpel sein kann!

  • Frank

    Ich möchte den bericht auch gerne lesen. Eine frage vorweg, hat Insa typ 3 diabetes oder typ 1 oder 2?

  • Insa

    Der Diabetes bei Mukoviszidose ist (wie solls auch anders sein…) ein besonderer Typ – ganz genau nennt er sich Typ 3c.

    Siehe auch: http://www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/erkrankungsformen/seltene-formen/typ-3c/index.html

  • Gerri

    Als Glückskind mit meiner wohltemperierten und gut abgerichteten Diabetes darf ich dir versichern, dass du kaum je jammerst sondern im Gegenteil anderen Mut machst. Also kokettier nicht damit gell? 🙂

    Den Bericht über DM als „Adabei“ wäre bestimmt spannend und würde evtl. eines zurecht rücken…

    liebe grüße

    gerri

    PS: Wie gehts dir und deinem pösen Fuss?

  • tine

    insa, insa,insa,… *anfeuer*

  • rebecca

    Ich würde mich freuen über Insa`s Erlebnisse mit ihrem CFR-Diabetes zu lesen. Bin auf jeden Fall gespannt. Es wäre mit Sicherheit eine große Bereicherung für Betroffene.
    Und jammern ist auch erlaubt….Irgendwo muss es doch raus..:)

  • Helene

    Ja, bitte einen Bericht von Insa. Neue Sichtweisen kann man immer brauchen 😉
    LG, Helene

  • Stefanie Blockus

    Na klar, Insa schreibt schon fleißig, dank eurer Zusprüche hier :).

  • Stefanie Blockus

    Ja das stimmt, manchmal muss das auch raus…

  • Stefanie Blockus

    Jeah… Insa, Insa, Insa… Richtig so :). Danke!

  • Stefanie Blockus

    Du Gerri, wenn du wüsstest ;-P. Ich kann richtig jammern ;), vor allem wenn ich aufgrund irgendwelcher „Wehwehchen“ nicht Laufen gehen kann, dann werde ich unerträglich. Immerhin geht Spinning mit dem Fuß. Ich werde langsam echt ungeduldig, aber es geht voran! Er heilt langsam, aber sicher… Immerhin humpele ich schon so gut wie nicht mehr.

  • Stefanie Blockus

    Danke Insa… Und alle freuen sich schon auf deinen Bericht :). Mich natürlich eingeschlossen.

  • Stefanie Blockus

    Ich hasse den Diabetes auch wie die Pest! Vor allem heute zeigt er sich wieder von seiner „besten“ Seite. Rauf, runter, rauf, runter… ES NERVT! Und da bin ich schon wieder am Jammern… ;-P

  • Stefanie Blockus

    Das freut mich zu hören, Andrea. Und son Hoppelkaninchen bekommst du locker gebändigt.

  • Stefanie Blockus

    Danke Tanja, stimmt, ich kann auch gut „hier“ schreien… Vor allem für dieses Jahr reichts mir auch erst mal hin: Gürtelrose, Daumen fast abgeschnitten, Medikamentenvergiftung, Fuß verstaucht, Morbus-Crohn-Diagnose… ABER alles überstanden irgendwie… ;-P

  • Stefanie Blockus

    Kenn ich, und das blöde Jammern macht es ja auch nicht besser. Obwohl, ein bisschen hilft es ja schon… Manchmal ;).

  • Gerri

    Oh, das kenn ich. Ich hatte vor einem Jahr eine Knieverletzung vom Badminton und alle Bänder und Sehnen waren gezerrt, das Ausdenband angerissen plus Muskelfaserrisse im Oberschenkel – und Wadenmuskel. Ergo 3 – 4 Monate Badmintonverbot und mind. 6 Wochen kein Laufen und Schonung, also keine Belastung auch im Alltag.
    Ich aber bin schon 3 Wochen EINMAL laufen gegangen, ca. 200 Meter weit, bis die Flamme durchs Knie und durchs Bein schoss und mir das Wasser in die Augen trieb.
    Mein Arzt nannte mich Trottel (wir sind befreundet) und das MRI ergab, dass meine Verletzungen neu aufgerissen und verschlimnert waren. Zudem durfte ich mir 2 Wochen lang jeden 2. Tag Wasser aus dem Knie ziehen.
    Du siehst, ich werde mehr als unleidig, wenn ich mich nicht bewegen darf oder kann…